Der französische Zementkonzern Lafarge und der schweizerische Konkurrent Holcim machen Kreisen zufolge Fortschritte bei ihrem Fusionspoker. Eine vorläufige Vereinbarung über angepasste finanzielle Bedingungen und eine geänderte Führungsmannschaft könnte noch in dieser Nacht erreicht werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Verhandlungen könnten sich aber auch noch bis bis zum Donnerstag hinziehen oder ganz scheitern.

Die beiden Unternehmen diskutierten zum einen über eine Änderung des Austauschverhältnisses ihrer Aktien. Ursprünglich war dieses auf 1 zu 1 festgelegt worden, nun könnte es auf 0,9 Holcim-Titel für 1 Lafarge-Aktie geändert werden.

Wer wird Chef?

Zum anderen geht es um den Chef des künftigen Konzerns. Dies sollte eigentlich der jetztige Lafarge-Vorstandsvorsitzende Bruno Lafont werden. Nun könnte dieser stattdessen zusammen mit dem Holcim-Verwaltungsratsvorsitzenden und ehemaligen Linde-Chef Wolfgang Reitzle Co-Verwaltungsratsvorsitzender des neuen Konzerns werden. Den Chefsessel würde dann ein anderer Lafarge-Manager erklimmen.

Die Zeit für eine Entscheidung drängt, denn die Aktionäre des irischen Baustoffkonzern CRH werden am Donnerstag über den geplanten milliardenschweren Kauf von Unternehmensanteilen von Holcim und Lafarge abstimmen. Beide Konzern müssen sich im Zuge der Fusion aus kartellrechtlichen Gründen von Unternehmensteilen trennen.

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(awp/gku)