Der Baustoffkonzern Holcim hat im ersten Halbjahr 2012 einen Anstieg des Nettoumsatzes um 2,1 Prozent auf 10,36 Milliarden Franken verzeichnet. Der betriebliche Betriebsgewinn (Stufe Ebitda) verbesserte sich um 1,9 Prozent auf 1,93 Milliarden und die entsprechende Marge betrug ebenso wie im Vorjahreszeitraum 18,7 Prozent, wie Holcim mitteilte.

Der Reingewinn nach Minderheiten verbesserte sich um 9 Prozent auf 389 Millionen Franken. Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten zumeist unterschritten.

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Die Verkaufsvolumen seien im ersten Halbjahr insbesondere in den aufstrebenden Märkten und Nordamerika gestiegen. Einen deutlich höheren Zementabsatz erzielten die Konzerngesellschaften in Indien, auf den Philippinen, in Thailand und Indonesien sowie in den USA und in Mexiko. Auch in Russland und Aserbaidschan wurde den Angaben zufolge mehr verkauft. Dieses positive Bild habe mit der von der Schuldenkrise geprägten negativen Marktentwicklung in Europa kontrastiert, schreibt Holcim weiter.

Europäischer Markt schrumpft

Zum Ausblick auf das Geschäftsjahr heisst es, dass ein steigender Baustoffbedarf in den aufstrebenden Ländern Asiens und Lateinamerikas sowie in Russland und Aserbaidschan erwartet werde. Die Nachfrage in Nordamerika soll den früheren Ausblick übertreffen. Dagegen rechnet der Konzern nun in Europa mit einer Abnahme.

Holcim bekräftigt seine bisher getroffene Prognose und geht weiter für 2012 von einem organischen Wachstum beim operativen Ebitda aus. Das Programm zur Steigerung der Rendite, das «Holcim Leadership Journey», sei auf Kurs und werde 2012 die ersten positiven Effekte ernten.

Diverse neue Strukturen

Seit Mai 2012 strafft Holcim im Rahmen dieses Kostensparprogrammes die Konzernorganisation. Ziel der Massnahme sind eine «schlankere und effizientere Struktur», teilte der Zementkonzern am Mittwoch im Rahmen der Halbjahresberichterstattung mit. Die Änderungen treten per 1. September 2012 in Kraft und sollen zudem die Entwicklung einer neuen Generation von Managern mit breiter Erfahrung in kommerziellen und technischen Belagen fördern.

Im Zuge der Massnahmen wird laut Mitteilung die Konzernregion Europa (ohne Grossbritannien) konsolidiert und vom bisherigen Konzernleitungsmitglied Roland Köhler geführt. Die Region Nordamerika und Grossbritannien werden an Bernard Terver rapportieren, der zum Mitglied der Konzernleitung ernannt wurde.

Weiter wird die Einheit Corporate Functions im neu geschaffenen Project Management Office der «Holcim Leadership Journey» unter der Leitung von Urs Bleisch zusammengefasst. Bleisch wurde zum Corporate Functional Manager und Mitglied der Geschäftsleitung ernannt und rapportiert direkt an CEO Bernard Fontana.

Austritte aus der Konzernleitung

Gleichzeitig kommt es zu drei Austritten aus der Konzernleitung. So tritt Urs Bohlen aus der obersten Leitung aus und wird laut Mitteilung bis zu seiner Pensionierung im nachsten Jahr dem CEO beratend zur Seite stehen. Weiter scheiden Benoit-H. Koch und Patrick Dolberg aus dem Unternehmen aus.

Mit den im Rahmen des «Leadership Journey» angekündigten Massnahmen soll bekanntlich der Betriebsgewinn auf Basis Konzernabschluss 2011 bis Ende 2014 um mindestens 1,5 Milliarden Franken gesteigert und das eingesetzte Kapital nach Steuern wieder mit mindestens 8 Prozent verzinst werden.

(vst/aho/awp)