Frankreichs Präsident François Hollande hat für die Raffinerie des insolventen Schweizer Betreiberkonzerns Petroplus in der Normandie Finanzhilfen ins Aussicht gestellt, eine Übernahme durch den Staat aber abgelehnt.

Es sei schwer, einen Käufer zu finden, sagte Hollande nach einem Treffen mit Gewerkschaftern. Der Staat werde seine Pflicht tun, aber die Arbeiter wüssten auch, dass er die Anlage nicht selbst übernehmen könne.

In der Raffinerie Petit-Couronne sind 500 Arbeitsplätze in Gefahr. Bislang haben acht Unternehmen Interesse an einer Übernahme bekundet. Ein Problem sind unter anderem die hohen Kosten für ein Wiederanfahren der Anlage.

Die Petroplus-Raffinerie stellt für Hollande eine erneute Herausforderung im Kampf um den Erhalt industrieller Arbeitsplätze dar. Bei der zwei Monate dauernden Auseinandersetzung um den Erhalt des ArcelorMittal-Stahlwerks in Florange hatte er sich Kritik von Wirtschaft und Gewerkschaften eingehandelt.

Hollande muss trotz stagnierender Wirtschaft die Staatsverschuldung abbauen, was mit einer Kürzung öffentlicher Ausgaben sowie der Erhöhung von Steuern einhergeht. Die Arbeitslosigkeit ist Frankreich auf den höchsten Stand seit 15 Jahren geklettert.

(vst/sda)