Bereits mit der neuesten Generation der Modellreihe Accord ist den Japanern ein Wurf gelungen, der einen Vergleich mit den deutschen Konkurrenten der oberen Mittelklasse - etwa dem 5er BMW, der Mercedes-E-Klasse oder dem Audi A6 - nicht zu scheuen braucht. Der Accord bietet Raum-, Sitz- und Fahrkomfort auf hohem Niveau. Modernste Rückhaltesysteme sowie Fahrhilfen machen den Mittelklasse-Honda zum Hightech-Fahrzeug, das sich auf Augenhöhe mit den Premiummodellen aus Europa bewegt. So gehören zur Sicherheitsausrüstung neben ABS, Airbags und Gurtstraffern (serienmässig) auch ein Spurhaltesystem sowie ein Distanzmesser, der den Abstand zum Vorderwagen registriert; der Distanzmesser ist mit einem automatischen Bremssystem gekoppelt, das den Wagen bei hoher Kollisionsgefahr automatisch abbremst (als Option erhältlich).

Schon bisher tiefer Verbrauch

Obwohl im Accord ein konventioneller Verbrennungsmotor zum Einsatz kommt, liegen Verbrauch sowie CO2-Emissionen in einem sehr tiefen Bereich. Das Werk gibt für die 2-l- wie auch die 2.2-Vierzylindermotoren einen Durchschnittskonsum von knapp 8 l für 100 km an. Der CO2-Ausstoss liegt unter 160 g/km, was für ein Fahrzeug dieser Grösse bemerkenswert ist und vermuten lässt, dass Honda auch mit noch grösseren Autos, ausgerüstet mit relativ kleinen Hochleistungsmotoren, den von der EU geforderten Grenzwert von 120/130 g/km (ab 2012 bis 2015) erreichen kann. Es darf zudem davon ausgegangen werden, dass diese Modelle in Zukunft einen ähnlichen Hybridmotor erhalten, wie er jetzt im neuen Honda Insight zum Einsatz kommt.

In Konkurrenz zum Toyotas Prius

Im Frühjahr 2009 lanciert Honda die neueste Generation des Insight. Das Hybridfahrzeug ist ein direkter Konkurrent des Toyota Prius. Doch während Toyota bis heute über 1 Mio Einheiten, vor allem in den USA, verkaufen konnte, erreichte Honda lediglich ein Volumen von gegen 300000 Stück.

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Das soll sich mit dem neuen Insight ändern. Honda plant eine Jahresproduktion von 200000 Fahrzeugen; die Mehrheit ist für die USA bestimmt. Für Europa sind 40000 Wagen reserviert. Wie François Launaz, General Manager Honda Schweiz, erklärt, ist hierzulande ein Jahresabsatz von 2000 Stück vorgesehen. Das ist deutlich mehr, als Toyota mit dem Prius in der Schweiz bis anhin jährlich erreichen konnte.

Doch Toyota bleibt nicht untätig, denn kurz nach dem Insight lanciert der weltgrösste Autokonzern seinen neuen Prius. Der Kampf um die Spitzenposition ist also voll entbrannt. Die Europäer hinken hingegen (noch) hinterher. Mercedes, Volkswagen & Co. wollen nächstes Jahr nachziehen.

Insight wird wesentlich günstiger

Der Insight unterscheidet sich in seiner technischen Auslegung deutlich vom Prius, obwohl er diesem äusserlich ähnlich sieht. Was den Preis betrifft, ist der Honda hingegen um einiges günstiger. «Wir wollen ein Hybridfahrzeug anbieten, das für die grosse Mehrheit der Kundschaft erschwinglich ist, sozusagen einen ‹Volkswagen mit Hybridmotor›», erklärt Makoto Taguchi, der Präsident von Honda Schweiz, Genf.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist das Hybridsystem des Insight einfacher aufgebaut als dasjenige des Prius. Der Insight kann nicht rein elektrisch fahren, der Prius hingegen besitzt diese Fähigkeit, allerdings nur für ganz kurze Zeit. Trotzdem soll der Insight nach Werksangaben lediglich 4,4 l auf 100 km verbrauchen, was für ein Fahrzeug dieser Grössenordnung als Bestwert gilt; ob diese Vorstellung eingehalten werden kann, muss sich erst noch im Testbetrieb bestätigen. Der CO2-Ausstoss liegt bei 101 g/km, also schon jetzt deutlich unter der von der EU geforderten Limite. Gerüchte wollen allerdings wissen, dass der neue Prius diese Werte unterbietet.

Allerdings liegt der Preis des Toyota-Hybrid mit schätzungsweise knapp 40000 Fr. rund 10000 Fr. über dem des Honda Insight. Klarheit über den Insight-Grundpreis und über die Verbrauchswerte wird es auf dem Genfer Automobilsalon Anfang März geben.

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