Auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget 2011 war noch von einem unbekannten Käufer die Rede. Airbus verzeichnete einen Vorvertrag für den Kauf von 10 A380-Superjumbos mit einem Listenpreis von 3,8 Milliarden Dollar. Jetzt ist das Rätselraten um den Vertragspartner offenbar vorbei - und die Bestellung unter Dach und Fach, wie die Financial Times berichtet. 

Offenbar gehen die Riesenflieger an Hong Kong Airlines. Die Fluggesellschaft hat laut dem Bericht die Bestellung nun bestätigt. Die Auslieferung solle 2015 beginnen. Airbus hingegen hat sich dazu noch nicht geäussert. 

Die Bestellung stand bislang noch auf wackeligen Beinen. Der Grund: Die Chinesen sind gegen den EU-Emissionshandel, der seit dem 1. Januar auch für die Luftfahrt gilt. Schon seit 2005 gibt es das Gesetz. Unternehmen mit einem hohen Schadstoffausstoss müssen sich zusätzliche Verschmutzungszertifikate kaufen, falls ihr Schadstoffausstoss über einer bestimmten Grenze liegt.

«Unlauterer Handel»

Die Kosten für die Airlines seien nicht tragbar, heisst es aus China. Die Regierung bezeichnete das Gesetz gar als «unlauteren Handel». Auch aus den USA hatte es gegen die Pläne Widerstand gegeben. Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof waren aber gescheitert. Die chinesische Regierung hatte die EU aufgefordert, die Airlines von dem Emissionshandel zu entbinden, sonst drohe ein «globaler Handelskrieg». 

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So stand denn auch die Order von Hong Kong Airlines offenbar auf dem Spiel. Sie hätte sich in Folge eines chinesischen Boykotts des Emissionshandels in Luft auflösen können. Doch scheint Hong Kong Airlines von den Drohungen aus Peking nicht beeinflusst, wie eine Sprecherin der Fluggesellschaft laut der FT bestätigt.