Im Übernahmepoker um die Luxushotelgruppe Victoria-Jungfrau Collection (VJC) gibt es seit heute ein Angebot mehr. Es stammt von prominenter Seite: Die Swiss Private Hotel AG der Familie Manz offeriert für die vier traditionsreichen Nobelherbergen 277 Franken je Aktie und übertrifft das seit längerem bestehende Angebot der Aevis Holding. Die VJC habe schwierige Jahre hinter sich, liess die Familie Manz mitteilen. Die aus vier Luxushotels in Interlaken BE, Bern, Luzern und Zürich bestehende Kette musste 2012 einen Verlust anmelden.

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77,5 Millionen geboten

«Trotzdem sind wir bereit, für den Kauf dieses Unternehmens den Aktionären etwa 77,5 Millionen Franken zu bieten, denn als Familie denken wir in Generationen. In den 125 Jahren unseres Bestehens konnten wir die nötige Substanz dafür aufbauen», liess sich Verwaltungsratspräsidentin Ljuba Manz-Lurje zitieren.

Die Familie Manz ist eine bekannte Grösse im Schweizer Hotelgeschäft: Die Gruppe der «Manz Privacy Hotels» besteht aus den Viersternehäusern St. Gotthard in Zürich, Euler in Basel und Continental in Lausanne sowie dem Dreisternehotel City Inn in Basel.

Angebot für 250 pro Aktie

Bereits im Oktober hatte die Beteiligungsgesellschaft Aevis mit den Schlüsselaktionären Michael Reybier und Antoine Hubert ihr Interesse an den Luxushotels bekundet. Die Holding, zu der auch die Privatspitalgruppe Genolier gehört, bietet 250 Franken pro Aktie.

Weiterer Interessent ist der chinesische Geschäftsmann Yunfeng Gao, der Anfang Dezember einen «fairen Aktienpreis» und Geld für die Renovation der über hundert Jahre alten Hotels in Aussicht gestellt hatte. Wie es um dieses Angebot steht, konnte am Montag nicht in Erfahrung gebracht werden.

Die Situation der Fünfsternehotels hat sich wegen stärkerer Konkurrenz, privat finanzierter Luxushäuser und des Internets stark verändert. Die Familie Manz will dem Wandel der Luxushotellerie nach eigener Aussage Rechnung tragen. «Zusätzlich zu Investitionen bringen wir neue Konzepte und das Verständnis für die Bedürfnisse der Gäste in einer vernetzten Welt mit», sagte Alexander Manz.

(sda/tke/chb)