Die Migros-Reisetochter Hotelplan schliesst schwarze Zahlen für das noch bis Ende Oktober dauernde Geschäftsjahr 2012/13 nicht mehr aus. Der Ausgang hänge hauptsächlich von der Tochter in Italien ab, sagte Hotelplan-Chef Thomas Stirnimann. 

«Hotelplan Italia dürfte die Verluste im laufenden Jahr halbieren und 2013/14 die Gewinnschwelle erreichen», erklärte Stirnimann in einem Interview mit den Westschweizer Zeitungen «Tribune de Genève» und «24 heures». Mit diesem Ziel habe der Personalbestand auf derzeit rund 100 halbiert werden müssen. Weil die Kosten in Italien für Entlassungen hoch seien, hatte Stirnimann im März auch für das laufende Geschäftsjahr rote Zahlen in Aussicht gestellt. 

Schliessung nicht geplant

Eine Schliessung der italienischen Tochter ist weiterhin nicht geplant, «weil sie im Premiumsegment positioniert ist und weil wir an das Potenzial des Landes glauben». Sorgen bereitet Stirnimann allerdings die hohe Jugendarbeitslosigkeit, denn «diese Kunden werden in einigen Jahren fehlen». In der Schweiz plant die Migros-Tochter laut Stirnimann im laufenden Jahr und auch im nächsten keinen Stellenabbau, obwohl sie 2011/12 zum vierten Mal in Folge einen Verlust ausgewiesen hat. Hotelplan hatte vor fünf Jahren 400 Arbeitsplätze gestrichen und beschäftigte zuletzt 1024 Personen in der Schweiz und 1320 weitere im Ausland. 

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Aufgehellt hat sich die Lage für den Tourismus laut Stirnimann in Spanien und Griechenland, den dritt- und viertwichtigsten Märkten für Hotelplan. Weniger klar ist die Nachfrage nach Ägypten, dem nach den USA zweitwichtigsten Land und wichtigster Winterdestination von Hotelplan.

(muv/aho/awp)