Hotelplan-Chef Thomas Stirnimann fordert eine liberalere Gesetzgebung, was den Einkauf von Flügen ausländischer Fluggesellschaften betrifft. Ihm ist eine 40 Jahre alte Luftfahrtverordnung ein Dorn im Auge, die hiesigen Airlines eine oft teurere Gegenofferte für aussereuropäische Flüge ermöglicht.

«Ich möchte frei entscheiden können, wo wir unsere Flüge beschaffen», sagte Stirnimann im Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Heute müsse sein Reiseveranstalter Flüge nach Ägypten zwanzig Prozent teurer als geplant einkaufen, weil die Swiss-Tochter Edelweiss das Veto gegen eine ausländische Airline einlegte.

«Wenn einem quasi verboten wird, einen guten Deal an die Kunden weiterzugeben, ist das ärgerlich», sagte Stirnimann. Das Aushandeln von bestmöglichen Konditionen sei eine Kernkompetenz von Hotelplan, die damit beschnitten würde.

«Schweizer Interessen»

Edelweiss beruft sich auf ein Gesetz von 1973, das ausländische Airlines zulässt, sofern «keine wesentlichen schweizerischen Interessen» beeinträchtigt sind. Konkret heisst das Folgendes: Will eine ausländische Airline Flüge aus der Schweiz in ein aussereuropäisches Land anbieten, ermöglicht das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) aufgrund der Verordnung hiesigen Airlines eine Gegenofferte.

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Ist eine Schweizer Firma in der Lage, die Flüge zu übernehmen, erhält sie vom Bazl die Flugbewilligung - unabhängig vom Preis. Schweizer Airlines haben also ein Vetorecht gegen Flüge ausländischer Fluggesellschaften. Ähnliche Regelungen gibt es auch in anderen europäischen Staaten.

«Es besteht die Hoffnung, dass man eine zeitgemässere Interpretation findet, die mehr marktwirtschaftliche Aspekte berücksichtigt», sagte der Hotelplan-Chef im Interview. Er habe ein Problem, wenn jemand, der das Geschäft haben wolle, die Bedingungen an den Reiseveranstalter diktiere. Diskussionen mit dem Bazl seien hierzu im Gang.

(chb/sda)