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HP: Whitman stellt Ende der PC-Sparte in Frage

HP-CEO Meg Whitman steht vor einer Rechenaufgabe. (Bild: Keystone)

Hoffnung für das PC-Geschäft von Hewlett-Packard: Die neue Chefin Meg Whitman überprüft laut einem Bericht die Streichungspläne ihres Vorgängers Léo Apotheker.

Veröffentlicht am 12.10.2011

Hewlett-Packard stellt den Plan, sich von seiner weltgrössten PC-Sparte zu trennen, laut einem Zeitungsbericht noch einmal gründlich auf den Prüfstand. Frische Analysen zeigten, dass die Kosten die Vorteile überwiegen könnten, schrieb das «Wall Street Journal» unter Berufung auf informierte Personen.

Die neue HP-Chefin Meg Whitman rechne noch einmal alle Zahlen durch. Sie hatte vergangene Woche eine endgültige Entscheidung bis Ende Oktober angekündigt.

Whitmans Vorgänger, der ehemalige SAP-Chef Léo Apotheker, hatte die PC-Sparte im August zur Disposition gestellt. Die Ankündigung, dass HP eine Abspaltung oder einen Verkauf seines grössten Geschäftsbereichs prüfe, hatte den Aktienkurs in die Tiefe gerissen und kostete den deutschen Manager schliesslich den Job.

Whitman, langjährige Chefin der Online-Handelsplattform Ebay, hatte allerdings auch als Mitglied des Verwaltungsrates Apotheker mit dessen Umbauplänen gewähren lassen. Er wollte Hewlett-Packard stärker auf lukrativere Geschäftsbereiche wie Software und Dienstleistungen ausrichten und verwies auf niedrige Gewinnmargen und mässige Zukunftsaussichten in der PC-Produktion. Auch den Tablet-Computer TouchPad stampfte er nach sechs wenig erfolgreichen Wochen auf dem Markt ein.

PC-Sparte erwirtschaftete 2 Milliarden Gewinn

Weder Whitman noch der Verwaltungsrat hätten eine endgültige Entscheidung zur Zukunft der PC-Sparte getroffen, schrieb jetzt das «Wall Street Journal». Ein Argument gegen die Abspaltung sei ein wahrscheinlicher Verlust der Einkaufsmacht, mit der man günstigere Preise bei Zulieferern bekommen kann. Die Server-Produktion will Hewlett-Packard auf jeden Fall behalten - sie könnte aber teurer werden, wenn man nicht auch gleich in grossen Mengen Bauteile für die PCs kauft.

Andererseits könnten HP und eine abgetrennte PC-Sparte aber auch eine Einkaufsgemeinschaft bilden. Die diversen Varianten seien auch schon unter Apotheker durchgerechnet worden, er habe aber als Software-Manager dazu tendiert, den Geschäftsbereich loszuwerden, heisse es jetzt aus dem Umfeld des Unternehmens.

Die PC-Sparte erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von gut 40 Milliarden Dollar und einen operativen Gewinn von rund 2 Milliarden Dollar. Hewlett-Packard ist schon seit längerem der weltgrösste PC-Hersteller und hatte zuletzt im zweiten Quartal einen Marktanteil von 17,5 Prozent mit 14,9 Millionen ausgelieferten Geräten, wie die Marktforscher von Gartner errechneten. Allerdings gerät der Markt für klassische Personal Computer immer stärker unter Druck, weil Kunden häufiger zu Smartphones und Tablet-Computern greifen.

(tno/awp)

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