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Ruhig Blut
HSBC-Datenleck lässt Bankiervereinigung recht kalt

HSBC: Zahlreiche illustre Personen gaben sich die Klinke in die Hand.   Keystone

Die Schweizer Bankiervereinigung gibt sich von Swissleaks unbeeindruckt. Sie wiederholt das Mantra, wonach die Geldwäschereigesetze zu den strengsten der Welt zählen. Die HSBC sieht das ähnlich.

Veröffentlicht am 09.02.2015

Die Enthüllungen über den Schweizer Ableger der Privatbank HSBC beunruhigen die Schweizer Bankiervereinigung nicht übermässig. «Wir sind überzeugt, dass heute alle wissen, dass sich der Finanzplatz schon vor Jahren neu ausgerichtet hat», teilte die Bankiervereinigung mit.

Die Complianceanstrengungen beispielsweise hätten sich erheblich verstärkt, teilte Thomas Sutter von der Bankiervereinigung auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit. Die Enthüllungen würden sich zudem auf weit zurückliegende Fälle einer einzelnen Bank beziehen. Trotzdem seien solche Schlagzeilen «kurzfristig natürlich nie positiv», teilte Sutter weiter mit.

Es liege nun an den Behörden, die Fälle zu beurteilen. In der Geldwäschereibekämpfung habe die Schweiz weltweit mit die strengsten Bestimmungen, es liege aber an den einzelnen Finanzinstituten, diese einzuhalten, teilte Sutter mit.

Finma leitete zwei Untersuchungen ein

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hatte sich in den vergangenen Jahren bereits mehrmals mit dem Schweizer Ableger der HSBC befasst: Sie führte zwei Untersuchungen im Bereich Geldwäscherei durch.

Die Bank habe dabei gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen verstossen, sagte Tobias Lux, Mediensprecher der Finma, auf Anfrage. Die Finma habe Massnahmen angeordnet, welche HSBC umgesetzt habe. Seither sei bei der Bank viel geschehen.

70 Prozent der Kunden aussortiert

Das betont auch die HSBC selbst. Die Bank habe «zahlreiche Massnahmen umgesetzt, um Geldwäsche und Steuerhinterziehung zu verhindern». Das Privatbankenwesen habe in der Vergangen anders funktioniert, die Verwantwortung für die Steuerzahlung hätten die Geldinstitute beim Kunden gesehen. Kunden hätten in einigen Fällen die in der Schweiz übliche Diskretion ausgenutzt.

HSBC habe mit diesen Problemen aufgeräumt. Man habe die Zusammenarbeit mit Kunden beendet, bei denen Verdacht auf Steuerhinterziehung bestand. In diesem Zusammenhang habe man die Kundenbasis um 70 Prozent reduziert.

Mehr Sicherheit in der IT

Die Finma habe auch eine Untersuchung zur Sicherheit in der IT-Abteilung geführt, so die Bankiervereinigung.. Der bei HSBC tätige Informatiker Hervé Falciani hatte in den Jahren 2006 und 2007 Kundendaten gestohlen und den französischen Steuerbehörden und der Staatsanwaltschaft von Nizza übergeben.

Diese Kundendaten gelangten zur französischen Zeitung «Le Monde», welche die Daten mit der Hilfe des Recherchenetzwerks «Consortium of Investigative Journalists» (ICIJ) auswertete. Die nun publizierte Auswertung soll unter anderem zeigen, dass Kunden des Schweizer HSBC-Ablegers in Terrorfinanzierung sowie Drogen- und Waffenhandel involviert gewesen waren.


(sda/ise/ama)
 
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Verschiedene Stars und politische Berühmtheiten parkten Geld bei der HSBC Schweiz. Hier eine kleine Auswahl. Der uruguayische Fussballspieler Diego Forlán feierte zahlreiche Erfolge und Auszeichnungen. Der Rekordnationalspieler besass zwei Kundenkonten bei der HSBC seit dem Jahr 2006. Seine genaueren Aktivitäten sind unbekannt.