Der chinesische Telekommunikationsriese Huawei rechnet nicht mit Wachstumseinbussen aufgrund der Berichte über NSA-Spionageangriffe auf seine Firmenzentrale. Die mutmassliche Geheimdienst-Attacke habe keinen grossen Einfluss auf das Geschäft, sagte Firmenchef Eric Xu bei einer Analystenkonferenz zu entsprechenden Sorgen von Analysten.

Vergangenen Monat hatten das Magazin «Spiegel» und die «New York Times» berichtet, dass der US-Geheimdienst NSA Chinas Staatsführung sowie Huawei ausspioniere. Dabei beriefen sie sich auf Unterlagen des Ex-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden.

Unter Verdacht

Huawei ist wie der US-Konzern Cisco Systems einer der weltweit führenden Netzwerkausrüster. Das Unternehmen steht in den USA unter dem Verdacht einer zu grossen Nähe zur Pekinger Regierung. Der Konzern hatte empört auf die Berichte reagiert und die NSA scharf kritisiert. Auch anderen Branchengrössen machte die Affäre zu schaffen. So gelang es dem US-Softwarekonzern IBM nicht, verloren gegangenes Vertrauen wieder herzustellen.

Wie IBM vergangene Woche mitteilte, gingen die Erträge in China im ersten Quartal erneut um 20 Prozent zurück. Nach der Aufdeckung der umfassenden Späh-Programme der NSA im vergangenen Jahr, hatte die Regierung in Peking chinesische Firmen aufgefordert, US-Produkte zu vermeiden.

Huawei konnte dagegen dank des anhaltenden Smartphone-Booms im vergangenen Jahr einen Gewinnsprung verbuchen. Wie das in Shenzhen ansässige Unternehmen vor drei Wochen bekanntgab, kletterte auch der Umsatz mit umgerechnet 28 Milliarden Euro auf einen Rekordwert. Bis 2018 soll sich der Wert nahezu verdoppeln.

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(reuters/chb)