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Hügli fürchtet Rohstoffpreise und Dürre

Hügli im sanktgallischen Steinach. Bild: Keystone)

Der Nahrungsmittelhersteller Hügli hat im ersten Halbjahr weniger umgesetzt und muss einen deutlichen Gewinnrückgang verbuchen.

Veröffentlicht am 17.08.2012

Der Nahrungsmittelhersteller Hügli hat im ersten Halbjahr 2012 aufgrund gestiegener Rohstoffpreise und wegen Währungseffekten einen Umsatzrückgang erlitten, ist organisch aber wiederum leicht gewachsen. Der Rein- sowie Betriebsgewinn (Ebit) fielen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurück. Für das Gesamtjahr stellt das Unternehmen ein erneutes organisches Wachstum in Aussicht.

Der Umsatz ging um 3,4 Prozent auf 164,4 Millionen Franken zurück. Bei einem negativen Währungseffekt von 4,4 Prozent ist die Gruppe somit organisch um 1 Prozent gewachsen, was aber unter den eigenen Erwartungen liegt, wie Hügli mitteilt.

Der Ebit ging deutlich um 26 Prozent auf 12,3 Millionen Franken zurück. Hauptsächlich sei dies auf die um 2,2-Prozentpunkte gesunkene Bruttomarge zurückzuführen, was einer Abnahme von 3,7 Millionen Franken entspricht. Zudem seien die Abschreibungen auf Sachanlagen aufgrund der Investitionen um 0,6 Millionen Franken erwartungsgemäss höher ausgefallen. Die Ebit-Marge kam bei 7,5 Prozent zu liegen nach 9,8 Prozent im Vorjahreshalbjahr. Unter dem Strich resultiert ein um 24 Prozent tieferer Reingewinn von 8,5 Millionen Franken.

Divisionen entwickelten unterschiedlich

Positiv entwickelten sich die Umsätze in der Division Private Label, die um 8,1 Prozent in Lokalwährungen zulegten. In einigen Ländern wie Grossbritannien, Tschechien und Polen wurden gar zweistellige Zuwachsraten verzeichnet. Die organische Umsatzsteigerung in der Division Brand Solutions betrug 11,1 Prozent und wurde vor allem von der «sehr guten» Entwicklung des Bereichs Health & Nutrition in Grossbritannien getragen.

Für die Division Food Industry verlief das Semester hingegen negativ, da einige grosse Kunden aufgrund von Absatzproblemen die Bestellmengen deutlich reduzierten, was zu einem Umsatzrückgang von 6,9 Prozent führte. Die Entwicklung der sieben Food Service Länder, unter Ausklammerung von Italien und des Exportgeschäfts, war weiterhin belastet durch die stagnierenden Umsätze in der Gastronomie. Die Absätze in Italien brachen aufgrund der Reorganisation der Vertriebsstruktur weiter ein und zogen die Gesamtdivision Food Service mit minus 2,3 Prozent nach unten.

Nach geographischen Ländersegmenten zeigte Osteuropa mit einem Plus von 5,5 Prozent die beste organische Umsatzentwicklung. Deutschland erfüllte mit einem Wachstum von 2,9% in Lokalwährung die Erwartungen nicht. Das Segment Schweiz/Übriges Westeuropa entwickelte sich mit minus 2,9 Prozent sogar rückläufig, wobei vor allem Italien, aber auch die Schweiz, Umsatzreduktionen verzeichneten. Die solide Entwicklung in Österreich und das gute Wachstum in Grossbritannien konnten diese Negativwerte nicht kompensieren.

Grosse Dürre in den USA

Für das Geschäftsjahr 2012 geht Hügli von einer organischen Umsatzsteigerung in der Grössenordnung von 2 Prozent aus. Der negative Währungseffekt könnte sich in einer ähnlichen Grössenordnung bewegen, womit der ausgewiesene Umsatz im Rahmen des Vorjahres ausfallen dürfte. Die Ertragskraft werde durch die allgemein gestiegenen Rohstoffpreise für Agrargüter und punktuell zusätzlich aufgrund der grossen Dürre in den USA in diesem Sommer belastet, womit von einer Ebit-Marge für 2012 im Bereich von 7  bis 8 Prozent auszugehen sei, heisst es.

Zudem hält Hügli an der strategischen Zielsetzung fest, langfristig ein organisches Umsatzwachstum von über 5% bei überproportional steigenden Erträgen zu erwirtschaften.

Die Hügli-Papiere verlieren bis kurz vor Mittag 0,1 Prozent auf 572 Franken. Bislang wurden mit knapp 600 Titeln schon mehr als das Dreifache des durchschnittlichen Tagesvolumens gehandelt.

(tno/vst/jev/awp)

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