Die Hügli-Gruppe hat 2012 deutlich weniger verdient und kürzt deswegen die Dividende. Der Nahrungsmittel-Konzern spricht von einem Übergangsjahr und gibt sich entsprechend für die weitere Zukunft optimistisch.

Er will im laufenden beim Umsatz um mindestens 10 Prozent zulegen und erwartet dabei ein überproportionales EBIT-Wachstum. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank 2012 um 24 Prozent auf 21,5 Millionen und der Konzerngewinn um 23 Prozent auf 15,0 Millionen Franken. Die EBIT-Reduktion sei zu mehr als der Hälfte durch den Bruttomargenverlust verursacht, aber auch die Umsatzreduktion und die negativen Fremdwährungsdifferenzen, heisst es in einer Mitteilung; dies, obwohl die Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen durch «konsequentes Kostenmanagement» weiter gesenkt worden seien.

Die EBIT-Marge verminderte sich um 2 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent und lag damit wie vom Unternehmen bereits im Januar angekündigt unter dem zuvor angepeilten Zielband von 7 Prozent bis 8 Prozent. Die EBIT-Marge sei damit klar unter den Erwartungen und auch unter dem erzielten langfristigen Durchschnitt der letzten zehn Jahre von 8 Prozent, so Hügli.

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Sinkende Umsätze

Der Umsatz 2012 war bereits im Januar bekannt gegeben worden: Er sank um 2,2 Prozent auf 324,8 Millionen Franken, in Lokalwährungen waren es -0,6 Prozent. Man sei bereits im ersten Halbjahr mit einer Verlangsamung des Umsatzwachstums konfrontiert gewesen, das dann in ein «unerwartet schlechtes» und massiv unter Vorjahr liegendes drittes Quartal gemündet habe. Da das vierte Quartal jedoch wieder positive Zuwachsraten zeigte, betrachtet Hügli den Rückgang im Spätsommer als «Einmaleffekt». 

Hügli erklärt die schwierige Phase vor allem mit dem starken Franken. In der Schweiz habe dieser tiefe Spuren in den Auftragsbüchern der Kunden hinterlassen. Als Zulieferer habe man deren Umsatzrückgänge im Export in Kauf nehmen müssen. Im Euroraum sei die Nachfrageentwicklung zudem allgemein schwach gewesen. Auf die Marge haben zudem Rohstoffpreiserhöhungen geschlagen. Diese hätten aufgrund des intensiven Preiswettbewerbs nur teilweise weiter gegeben werden können. 

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung die Ausschüttung einer tieferen Dividende von 12 Franken (VJ 15,50) je Anteil vor. Dass die Ausschüttungsquote mit 38 Prozent über dem langfristigen Zielwert von 25-30 Prozent liege, zeige dabei die Zuversicht des Managements, die Ertragskraft wieder stärken zu können. 

Optimistisch in die Zukunft

Das erste Quartal 2013 hat mit -0,2 Prozent eine «im Rahmen der Erwartungen» liegende organische Umsatzentwicklung gezeigt. Insgesamt stieg der Umsatz inklusive Akquisitionen um knapp 11 Prozent auf 97,6 Millionen Franken, Währungseffekte steuerten 1,1 Prozent dazu bei. Unverändert dynamisch entwickelte sich laut Hügli die Division Brand Solutions (organisch +7,7%), aber auch Privat Label (+1,0%) und Consumer Brands (+6,7%) wuchsen organisch. 

Weiterhin rückläufig war die der Division Food Industry (-8,7%). Diese sollte jedoch im Laufe des Jahres wieder auf einen Wachstumspfad zurückfinden, glaubt Hügli. Die Division Food Service sei aufgrund von weniger Verkaufstagen im Q1 erwartungsgemäss hinter Vorjahr gelegen (organisch -3,4%), legte aber inkl. Akquisition in Franken «beträchtlich» um 21 Prozent zu. 

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Man sei gut positioniert, um alle sich bietenden Chancen zu ergreifen und ein profitables Wachstum zu erwirtschaften, heisst es. Für das Gesamtjahr 2013 wird der Ende Januar gegebene Ausblick entsprechend bestätigt. Demnach rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von +10 Prozent. Die sich auf hohem Niveau stabilisierenden Rohstoffpreise, weitere Fortschritte bei Prozess-Optimierungen und ein straffes Kostenmanagement seien Voraussetzungen, um den EBIT überproportional zu steigern.

(muv/aho/awp)