Die Hügli-Gruppe weist für das vergangene Geschäftsjahr 2011 deutlich rückläufige Gewinnzahlen aus. Dafür verantwortlich waren vor allem die höheren Rohstoffkosten, die nicht genügend schnell weiter gegeben werden konnten. Die Dividende soll deswegen aber nicht gekürzt werden. Im laufenden Jahr erwartet der Nahrungsmittel-Hersteller ein Umsatzwachstum von 4-5 Prozent und eine Steigerung auf operativer Ebene in der gleichen Grössenordnung.

Das Betriebsergebnis (Ebit) sank im Berichtsjahr um 25 Prozent auf 28,5 Millionen Franken. Der Konzerngewinn, der letztes Jahr zusätzlich von einem Einmalgewinn profitiert hatte, gar um 29 Prozent auf 19,5 Millionen Franken. Die entsprechenden Margen lagen noch bei 8,6 Prozent bzw. 5,9 Prozent, wie Hügli mitteilte. Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Schätzungen der Analysten ungefähr getroffen.

Der Umsatz 2011 war bereits im Januar bekannt gegeben worden: Er sank um 10,8 Prozent auf 332 Millionen Franken, organisch waren es allerdings +1,4 Prozent. Ausserdem hatte Hügli eine Ebit-Marge im Bereich von 8 bis 9 Prozent in Aussicht gestellt.

Rohstoffpreise steigen

Die Bruttomarge lag den Angaben zufolge 2011 um 2,2 Prozentpunkte unter Vorjahr. Der Grund dafür seien markante Preissprünge auf der Rohstoffseite, während man die notwendigen Verkaufspreiserhöhungen nur teilweise und zeitverzögert habe umsetzen können. Dank einem «strikten Kostenmanagement» wurden die Betriebskosten in Lokalwährungen insgesamt im Vergleich zum Vorjahr leicht gesenkt. Entsprechend seien die Rohstoffpreiserhöhungen auch der Hauptgrund für den Rückgang des Ebit, so Hügli. Die Marge sei zwar deutlich unter dem Spitzenjahr 2010 ausgefallen, insgesamt aber im Mittelfeld des strategischen Zielbandes.

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Die Bilanz habe sich weiter gefestigt und weist per Ende 2011 eine Eigenmittelquote von 50,5 Prozent aus. Die Investitionen in moderne Produktionsgebäude und leistungsstarke Maschinen lagen im Geschäftsjahr 2011 auf «hohen» 20,7 Millionen Franken und würden die Zuversicht zur Stärkung der Marktposition zeigen.

Dividende soll ausgeschüttet werden

Der Verwaltungsrat spricht denn auch von «intakten Aussichten» und empfiehlt der Generalversammlung vom 23. Mai eine unveränderte Brutto-Dividende von 15,5 Franken, was einer Ausschüttungsquote von 38 Prozent entspricht. Diese liege über dem langfristigen Korridor von 25 bis 30 Prozent und zeige ebenfalls die Zuversicht des Konzerns.

Das erste Quartal des laufenden Jahres 2012 sei mit einem organischen Umsatzwachstum von 2,3 Prozent schwach ausgefallen, da zwei Projekte zur Renditesteigerung - die Sortimentsbereinigung von ertragsschwachen Artikeln sowie die Reduktion der Vertriebsstruktur in Italien - ihren Tribut auf Umsatzstufe gefordert hätten, wie es heisst. Die Division Food Service liegt mit -0,5 Prozent leicht hinter Vorjahr, während der Bereich Private Label das Wachstum auf 13,8 Prozent beschleunigt hat. Die neuen Key-Account Divisionen Food Industry und Brand Solutions erreichten ein Nullwachstum bzw. ein solches von 1,2 Prozent.

Das geographische Segment Osteuropa wachse weiter überdurchschnittlich mit 8,2 Prozent. Deutschland legte organisch 2,5 Prozent zu, während das Segment Schweiz/Übriges Westeuropa stagnierte.

Prognose für 2012 unverändert

Für das Gesamtjahr 2012 wird der Ende Januar gegebene Ausblick bestätigt. Der Umsatz soll zwar «solide» 4-5 Prozent wachsen, andererseits würden die sich auf hohem Niveau stabilisierten Rohstoffkosten erneut die Bruttomarge belasten, womit sich der Ebit nur in einem vergleichbaren Verhältnis erhöhen dürfte.

Für die kommenden Jahre gibt sich Hügli zuversichtlich, die strategischen Zielsetzungen - ein organisches Umsatzwachstum von über 5 Prozent bei überproportional steigenden Erträgen - zu erreichen. Auch würden laufend Marktopportunitäten geprüft, mit dem Ziel, die Rentabilität der Infrastruktur und Vertriebskapazität zu erhöhen.

(muv/chb/awp)