Bei der US-amerikanischen Chemiegruppe Huntsman droht gemäss der Gewerkschaft Unia ein Abbau von 100 Stellen in Basel und 72 in Monthey VS. Beide Schweizer Standorte wurden bereits mehrmals restrukturiert. Die Unia zeigt sich überrascht vom Ausmass des Abbaus.

Gemäss einer Medienmitteilung der Walliser Unia-Sektion will Huntsman die Wettbewerbsfähigkeit seiner Abteilung «Advancend Materials» verbessern. Deshalb habe der Konzern entschieden, zwischen 300 und 400 der weltweit 2500 Arbeitsplätze zählenden Sparte abzubauen. In Monthey sind 72 der 330 Stellen betroffen, wie die Unia festhielt. In Basel sollen 100 der 200 Stellen abgebaut werden.

Der Huntsman-Konzern bestätigte die Zahlen nicht. Sprecher Wynne Morris zeigte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erstaunt, dass die Gewerkschaft die Vertraulichkeit des eingeleiteten Konsultationsverfahrens nicht achtete. 

Am Morgen seien die Belegschaftsvertretungen der beiden Schweizer Standorte über den weltweiten Stellenabbau aufgrund der kritischen Ertragslage informiert worden. Über das konkrete Ausmass des Stellenabbaus im Segment sei noch nicht entschieden. Genaue Zahlen würden nach Abschluss der gesetzlich vorgeschriebenen Konsultation in rund drei Wochen vorliegen.

Weltweit 12'000 Mitarbeiter

Die Unia befürchtet mittelfristig einen Wegzug von Huntsman aus der Schweiz. Die Gewerkschaft verlangte eine Garantie hinsichtlich des Bestehens der Werke in Monthey und Basel, sagte Blaise Carron, Regionalsekretär Wallis der Unia, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. 

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Es handelt sich nicht um den ersten Stellenabbau von Huntsman in der Schweiz. Der Chemiekonzern hatte bereits 2011 angekündigt, bis Ende 2013 in Basel rund 600 Stellen abzubauen. Damals war die Textilchemiesparte betroffen.

Weltweit arbeiten rund 12'000 Personen für Huntsman. In der Schweiz sind es 1300 Beschäftigte in Basel (1000) und Monthey (300). Basel ist der Europa-Hauptsitz von Huntsman, Monthey Produktionsstätte für die Sparte »Advanced Materials».

(muv/tno/sda)