Der Kombi-Operateur Hupac hat im ersten Halbjahr 2011 so viele Strassensendungen auf der Schiene transportiert wie noch nie, nämlich insgesamt knapp 376'000. Das waren 11,7 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010.

Die Erwartungen von Hupac für den kombinierten Verkehr durch die Schweiz sind aufgrund des starken Frankens indes verhalten. Der Euro sei die Leitwährung im internationalen Strassengüterverkehr und folglich auch für den kombinierten Verkehr, wird Direktor Bernhard Kunz in einer Mitteilung zitiert.

Wegen der Kursverluste sänken die Einnahmen aus dem kombinierten Verkehr stark, und sie könnten die Kosten für den Bahn-Güterverkehr in der Schweiz nicht mehr decken. Welche Auswirkungen die Währungsverluste auf die Bilanz haben werden, konnte Hupac-Sprecherin Irmtraut Tonndorf auf Anfrage nicht sagen.

Gegensteuer gibt das Unternehmen mit Kostenoptimierungen und Produktivitätssteigerungen. Als Stichworte dazu nannte Tonndorf eine bessere Auslastung der Züge und Überlegungen, Züge auf bestimmten Strecken temporär einzustellen.

Längere Arbeitszeiten für die Hupac-Angestellten stünden nicht zur Diskussion, sagte Tonndorf. Die Löhne machten nur einen geringen Teil der Kosten aus. Höhere Preise seien ebenfalls keine Lösung, weil der Strassenverkehr in Euro rechne.

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Abgeltungen künftig in Franken

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) will ab 2012 wegen des schwachen Euro Abgeltungen für den unbegleiteten kombinierten Verkehr durch die Alpen statt in Euro in Franken leisten. Dies kündigte es den betroffenen Kreisen bereits im November 2010 in einem Brief an, wie Sprecherin Florence Pictet auf Anfrage sagte.

Über die Höhe der Abgeltungen für 2012 entscheidet das BAV Ende August. Die Entwicklung des Wechselkurses werde bei der Entscheidfindung sicher eine Rolle spielen, sagte Pictet. Indessen schreibt das Güterverkehrsverlagerungsgesetz vor, dass die durchschnittliche Abgeltung pro transportierte Sendung von Jahr zu Jahr sinken muss.

(cms/sda)