Der grösste Schweizer Kombi-Operateur Hupac hat 2013 einen Gewinn von 6,6 Millionen Franken erzielt. Das sind 49,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 5,7 Prozent auf 480,2 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Montag bekannt gab.

Hupac-Chef Bernhard Kunz sprach an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich von einem «zufriedenstellenden Geschäftsjahr». Zum guten Ergebnis beigetragen haben neben einer leicht höheren Produktivität die deutlich höheren Erträge aus Beteiligungen. Der Cash flow stieg um 5,6 Prozent auf 50,8 Millionen Franken.

Transalpiner Verkehr

Nach einem schwierigen 2012 konnte der unbegleitete kombinierte Verkehr (UVK) wieder leicht zulegen. Gesamthaft wurden 656‘877 Container, Sattelaufleger und Wechselbehälter auf der Schiene befördert. Das sind 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Kerngeschäft des transalpinen Verkehrs durch die Schweiz waren es 380‘502 Strassensendungen – 1,9 Prozent mehr als 2012.

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Der Investitionsbedarf sank 2013 um 70,9 Prozent auf 9,7 Millionen Franken. Weniger investiert wurde ins Rollmaterial. Gründe dafür waren einerseits die anhaltend geringe Verkehrsnachfrage. Zudem konnte die Verfügbarkeit des Wagenmaterials durch Optimierungen des Unterhalts in den eigenen Werkstätten erhöht werden. Für das laufende Geschäftsjahr 2014 rechnet Hupac mit einer «stabilen, leicht steigenden Verkehrsentwicklung». Weiter ausbauen will der Kombi-Operateur sein Geschäft in den Wachstumsmärkten Osteuropa, Russland und Fernost.

Um die Produktivität in Russland zu steigern, investiert Hupac in eigenes Rollmaterial. Im Herbst 2013 wurde ein Prototyp eines Containerwagens für die russische Breitspur entwickelt. In den nächsten Monaten sollen 100 Wagen ausgeliefert werden. Die Wagen werden von der neu gegründeten Tochterfirma Hupac LLC, Moskau, beschafft und bewirtschaftet.

Die Marktposition stärken will der Kombi-Operateur zudem mit dem neuen Geschäftsfeld «Compagny Shuttle». Kunden, die bereit sind, das Auslastungsrisiko zu tragen, können ab Herbst ganze Hupac-Züge für ihre Transporte reservieren.

Vorbereitung auf Gottharderöffnung

Eine markante Steigerung der Produktivität erhofft sich Hupac nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels Ende 2016. Die neue Flachbahn bringe Kosteneinsparungen durch die Verkürzung der Strecke und den Einsatz längerer Züge, sagte Hupac-Verwaltungsratspräsident Hans-Jörg Bertschi.

Die gesamte Nord-Süd-Verkehrsachse dürfte allerdings erst nach 2020 voll leistungsfähig sein, wenn der Ceneri-Basistunnel eröffnet ist. Eine weitere Voraussetzung ist der Ausbau der Strecken zu den grossen Terminals in Norditalien, damit durchgehend Sattelauflieger mit einer Eckhöhe von vier Metern befördert werden können.

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Um so wichtiger ist es laut Bertschi, dass 2017 wenigstens eine erste Achse für Zugslängen von 750 Metern bis zu den Terminals in Norditalien fertiggestellt ist. Weiter bearbeitet werden im laufenden Jahr die Teminalprojekte Milano Smistamento, Piacenza und Brescia. Für den Terminal Milano hat Hupac gemeinsam mit ihren Partnern in Italien ein Finanzierungsgesuch beim Bundesamt für Verkehr eingereicht.

Hundert Züge pro Tag

Auf dem Netzwerk der Hupac sind täglich rund 100 Züge zwischen den grossen europäischen Wirtschaftsräumen bis nach Russland und Fernost unterwegs. Die Transportgüter werden auf der Strasse oder per Schiff im Verladeterminal angeliefert und auf den Zug umgeschlagen.

Auf der Schiene befördert werden nur die Container, Sattelauflieger oder Wechselbehälter, während der Fahrer am Terminal zurückbleibt. Am Bestimmungsterminal übernimmt ein anderer Lastwagen die Sendung und führt sie bis zur Enddestination weiter.

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An der Hupac sind über 100 Aktionäre beteiligt. Das Aktienkapital von 20 Millionen Franken wird zu 72 Prozent von Logistik- und Transportunternehmen und zu 28 Prozent von Bahnen gehalten.

(sda/me/sim)