Am kommenden Forschungs- und Entwicklungstag will die Führung der Basler Biotechfirma Speedel in Zürich einen aktuellen Einblick in die Forschungsprojekte geben. Alice Huxley – Firmengründerin, CEO und mit einem Anteil von 22% auch grösste Aktionärin – sowie VR-Präsident Fritz Kunz erwarten am 31. März rund 60 Teilnehmer.

Dabei steht das Projekt SPP301 im Vordergrund. In dieser Studie wird ein mögliches Medikament gegen diabetische Niereninsuffizienz erforscht. Speedel musste SPP301 Ende 2006 aus Sicherheitsgründen stoppen und will Ende Monat deshalb über die anvisierte Wiederaufnahme dieser Studien berichten.

Darüber hinaus möchte das an der Schweizer Börse SWX kotierte Unternehmen, das über 80 Mitarbeiter beschäftigt, potenzielle neue Projekte für einen weiteren Bereich von Herzkreislaufkrankheiten präsentieren. Neben den Stoffwechsel-, den Herz- und den Nierenkrankheiten könnte sich Speedel auf diesem Weg ein viertes Tätigkeitsfeld erschliessen.

Unklare Novartis-Gebühren

Dies wäre auch für die Investoren von Interesse. Denn Speedel hat mit dem Blutdrucksenker Tekturna zwar seit einem Jahr ein erstes Medikament auf dem Markt, hat dieses aber an den Basler Pharmakonzern Novartis abgegeben. Novartis vermarktet und vertreibt Tekturna, muss Speedel dafür aber Lizenzgebühren bezahlen.

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Analysten fällt die Berechnung dieser Gebühren jedoch schwer. Denn der entsprechende Vertrag wurde nicht veröffentlicht. Bekannt ist hingegen, dass Alice Huxley mit der Akzeptanz von Tekturna am Markt noch nicht zufrieden und mit Novartis deshalb auch etwas im Clinch ist.

Diese Situation ist nicht ideal, denn Speedel ist eng mit Novartis verbunden: Speedel ging aus Novartis hervor, und der Konzern von CEO und VR-Präsident Daniel Vasella besitzt rund 10% an Speedel. Hinzu kommt, dass Speedel für Novartis an mehreren potenziellen Varianten von Tekturna arbeitet. Immerhin: 2007 erzielte Speedel mit den Tekturna-Verkäufen einen Umsatz von 3,1 Mio Fr.

Roche als nächster Partner?

Speedel ist deshalb bestrebt, weitere Partner zu finden. Bei SPP200 zur besseren Behandlung von Nierenerkrankungen sucht Huxley bereits nach einer Pharmafirma, welche das Projekt übernehmen will. Und der Basler Pharmakonzern Roche hat bei verschiedenen Produktkandiaten von Speedel das Recht auf die ersten Kooperationsverhandlungen.