In einer gesetzlichen Pflichtmitteilung hat die verstaatlichte österreichische Krisenbank Hypo Alpe Adria am Freitagmorgen ein akute Kapitalloch gemeldet, das vom Staat gedeckt werden muss. Insgesamt braucht das Geldhaus 1,43 Milliarden Euro, um die Bilanz für 2013 zu erstellen und die Zeit bis zur Gründung einer Abbaugesellschaft zu überbrücken.

Damit sei der Kapitalbedarf bis September 2014 abgedeckt. Verluste aus der Abwicklung der geplanten «Bad Bank» sind nicht erfasst. Die Republik Österreich hat dieses Jahr 1 Milliarde Euro für die Hypo im Budget.

Finanzministerium prüft Zahlen

Mit dem Geld können Abwertungen und Risikovorsorgen für die Bilanz 2013 sowie bis September anfallende Verluste und mögliche Risiken abgedeckt werden, schreibt die Bank in einem Communiqué. Man orientiere sich an den Vorgaben aus dem Restrukturierungsplan der EU-Kommission und den darin genehmigten Beihilfen.

Das Finanzministerium prüfe nun die von der Bank vorläufig mitgeteilten Zahlen, heisst es in einer Stellungnahme des Ministeriums. In welcher Form die mögliche finanzielle Unterstützung für die Bank gewährt wird, werde in den nächsten Wochen in Abstimmung mit der Bank und der Aufsicht entschieden. Finanzminister Michael Spindelegger: «Erst wenn es vollkommene Klarheit über die Mittelverwendung gibt, wird frisches Geld fliessen.»

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Letzte Tranche im Dezember

Die Bank ist seit längerem in akuter Not. 1,75 Milliarde Euro an staatlichen Kapitalspritzen hat die Bank 2013 bereits erhalten, die letzte Tranche erst im Dezember. Schon die Halbjahresbilanz kam nur mit einem Staatsgeldeinschuss zustande.

Bisher mussten die österreichischen Steuerzahler bereits 4,8 Milliarde Euro in die seit Ende 2009 notverstaatlichte Kärntner Problembank pumpen, davon 1,2 Milliarde Euro in Form von Kapitalgarantien.

(sda/dbe)