Die österreichische Krisenbank Hypo Alpe Adria will ihre Osteuropa-Töchter bis spätestens Ende Oktober verkaufen. Der Deal müsse vor diesem Datum über die Bühne gehen, sagte Hypo-Aufsichtsratschef und Ex-Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter im Interview mit dem «Wirtschaftsblatt».

Wer in dem Bieterwettstreit derzeit die Nase vorne habe, liess er offen. Reuters hatte vergangene Woche von zwei mit der Situation vertrauten Personen erfahren, dass der Finanzinvestor Advent die besten Chancen auf einen Zuschlag hat.

Verzögerungen beim Verkauf

Eigentlich sollte der Verkauf der Banken in Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro bereits vor einiger Zeit über die Bühne gehen. Es sei jedoch zu Verzögerungen gekommen, sagte Walter. «Erstens wollte man den Bietern mehr Zeit geben, sich mit der Sache so intensiv wie möglich auseinanderzusetzen. Zweitens prüfen wir vorgelegte Verträge und Konzepte auf Herz und Nieren.»

Mit dem Verkauf der Osteuropabanken starte auch die Hypo-Abbaugesellschaft ABBAG. Deren Tochter Heta solle die Abwicklung der toxischen Hypo-Teile operativ vorantreiben. Dem Aufsichtsrat der ABBAG werde Walter künftig als einfaches Mitglied angehören, sagte er. Sein Mandat als Chefaufseher lege er wegen drohender Interessenkonflikte und aus Zeitgründen zurück. «Es war von Beginn an klar, dass eine Fulltime-Tätigkeit bei der Bank mit meinen anderen Aufgaben nicht in Übereinstimmung zu bekommen ist.»

(reuters/ise/chb)

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