Wegen der Diskriminierung afroamerikanischer Mitarbeiter wollen die US-Investmentbank Merrill Lynch und das Mutterhaus Bank of America einen millionenschweren Vergleich akzeptieren.

Angaben der Klägeranwälte vom Mittwoch zufolge stimmten die Finanzhäuser einer Entschädigungszahlung in Höhe von 160 Millionen Dollar zu. In dem Rechtsstreit ging es um 1200 schwarze Börsenmakler, die sich über Diskriminierung wegen ihrer Hautfarbe beschwert hatten.

Im Gegenzug für die Einigung soll ein Verfahren wegen der Ungleichbehandlung von schwarzen Börsenhändlern bei Merrill Lynch eingestellt werden, wie die «New York Times» berichtete.

Benachteiligung bei Aufstieg und Lohn

Demnach handelt es sich bei dem Vergleich um die grösste Summe, die ein US-Unternehmen je wegen der rassistischen Diskriminierung von Mitarbeitern gezahlt habe. Afroamerikanische Börsenmakler hatten Merrill Lynch vorgeworfen, sie bei Aufstiegschancen und Lohn systematisch benachteiligt zu haben. Ausserdem soll die Bank bevorzugt weisse Makler eingestellt haben.

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Der ursprünglich im Jahr 2005 von 700 Brokern eingereichten Beschwerde hatten sich später rund 500 weitere schwarze Kläger angeschlossen. Damals war Merrill Lynch noch eigenständig, ehe das Institut während der Finanzkrise von der Bank of America übernommen wurde.

Der Vergleich muss noch formal abgeschlossen und von einem Gericht bestätigt werden. Ein Sprecher der beiden Banken sagte der Nachrichtenagentur AFP lediglich, dass an einer «sehr positiven Lösung» des Rechtsstreits gearbeitet werde.

Die Einigung wurde just an dem Tag publik, an dem die USA der legendären «I Have a Dream»-Rede von Martin Luther King vor 50 Jahren gedachte. Der schwarze Bürgerrechtler hatte am 28. August 1963 vor dem Lincoln-Denkmal in Washington seine Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben von Menschen aller Hautfarben verkündet.

(sda/vst/moh)