Laurence Fink, CEO des weltweit grössten Vermögensverwalters Blackrock, erwartet, dass die expansive Notenbankpolitik die Finanzmärkte weiter stützt. «Über die nächsten ein bis zwei Jahre sehe ich weiterhin steigende Kurse an den Aktienmärkten. Haupttreiber wird weiterhin die expansive Geldpolitik sein», erklärt Fink in einem online publizierten Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» (FuW).

Die Finanzmärkte hätten bereits in den vergangenen fünf Jahren massiv von der expansiven Geldpolitik der Notenbanken profitiert. Das Investitionsumfeld dürfte in den kommenden Jahren aber unkomfortabler werden, meint Fink. Dieser identifiziert Preisexzesse in verschiedenen Märkten, fürchtet derzeit aber keine spekulativen Blasen. Gleichzeitig attestiert Fink dem globalen Finanzsystem eine höhere Stabilität als vor der Finanzkrise.

«Grosse Sorgen» um Europa

Skeptisch bewertet der BlackRock-CEO die Entwicklungen in Europa, er mache sich mittelfristig «grosse Sorgen» um den alten Kontinent. Die Unternehmen seien immer noch im Schuldenabbaumodus und die Banken sässen auf faulen Krediten. Das schaffe ein disinflationäres Umfeld. «Während fünf Jahren hat es Europa nicht übers Herz gebracht, seine Probleme im Bankensektor anzupacken. Das ist der Unterschied zwischen Europa und Amerika», so Fink wörtlich.

Das Schuldbekenntnis der Credit Suisse in den USA hatte Fink zufolge «gar keinen» Einfluss auf die Geschäftsbeziehungen des Vermögensverwalters Blackrock mit der Grossbank. «Wir werden weiterhin Geschäfte mit Credit Suisse machen", versichert dieser. Dass eine Gegenpartei die Geschäftsbeziehungen mit der Bank beenden könnte, wäre nur im Fall eines Lizenzentzugs realistisch gewesen, denkt Fink.

(awp/dbe)