Frau Gut, Sie haben im vergangenen November den Swiss Grand Prix Design 2020 verliehen bekommen – fast dreissig Jahre nachdem Ihre Karriere als Modedesignerin mit dem Prix Bolero Newcomer Award im Jahr 1992 ihren Anfang nahm. Die Entscheidung, ein eigenes Label zu gründen, hat damals gewiss viel Mut gekostet.
Ida Gut:
Wir Menschen wollen immer Sicherheit. Gerade als Selbstständigerwerbende gibt es die nicht. Klar, hatte ich damals Schiss. Vom Bezug meines ersten eigenen Ateliers bis hin zur Gründung des Labels dauerte es auch eine Weile. Anfangs war ich komplett überwältigt von der Freiheit, die sich mir plötzlich bot.

Was haben Sie gebraucht, um den Schritt endlich zu wagen?
Es brauchte eine Art Treiber und der kam in Form der Ausschreibung für den Prix Bolero 1992. Die Anforderungen und klaren Strukturen des Modewettbewerbs – nennen wir es «Gerüst von aussen» – haben mir den nötigen Schub gegeben, um in die Gänge zu kommen. Im selben Jahr noch lancierte ich meine erste eigene Kollektion – und die Geschichte nahm ihren Lauf.