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IPO
Idorsia ist Investoren 1,4 Milliarden Franken wert

Jean-Paul Clozel: Gelungener erster Börsentag. Keystone

Das neue Pharmaunternehmens Idorsia ist beim Börseneintritt am Freitag mit über 1,4 Milliarden Franken bewertet worden. Gründer Jean-Paul Clozel ist «stolz und glücklich».

Veröffentlicht am 16.06.2017

Die Aktien des neuen Pharmaunternehmens Idorsia sind beim Börseneintritt am Freitag mit einem Kurs von 10 Franken gestartet. Bis Börsenschluss kletterte der Kurs auf 13,30 Franken. Idorsia ist damit über 1,4 Milliarden Franken wert.

Die Idorsia-Titel erreichten zwischenzeitlich gar ein Hoch von 14 Franken. Der am Swiss Performance Index (SPI) gemessene Gesamtmarkt schloss zum Berichtszeitpunkt 1,3 Prozent im Plus.

Vertrauen der Investoren

«Ich bin sehr stolz und glücklich», sagte Idorsia-Chef Jean-Paul Clozel, der Gründer von Actelion, gegenüber der Sendung «SRF Börse». «Es ist schön zu sehen, dass sich der Aktienkurs bereits gut entwickelt und die Investoren mir vertrauen.»

Idorsia wurde vom Basler Biotechunternehmen Actelion ausgegliedert, damit der US-Konzern Johnson und Johnson Actelion übernehmen kann. Insgesamt werden 107,3 Millionen Idorsia-Aktien an der SIX kotiert, wie das Unternehmen mit Sitz in Allschwil BL mitteilte.

Diese wurden in Form von Sachdividenden an alle Actelion-Aktionäre ausgeschüttet. Dazu kommen am Dienstag weitere 11,8 Millionen Aktien, die über die Umwandlung einer ersten Tranche einer Wandelanleihe von der J&J-Gesellschaft Cilag ausgegeben werden. Damit erhalte Cilag einen Anteil von 9,9 Prozent am Aktienkapital von Idorsia.

J&J finanziert die Firma unter mit einer Milliarden Franken. Zusätzlich erhält Idorsia von den Amerikanern eine Kreditlinie in Höhe von 250 Millionen Franken.

Actelion-Übernahme unter Dach

Derweil hat der US-Konzern die rund 30 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Actelion abgeschlossen, wie er mitteilte. Die Aktien des Basler Unternehmens werden an der Börse SIX dekotiert.

J&J darf am neuen Unternehmen nur einen geringeren Anteil halten als ursprünglich geplant. Grund sind Auflagen der EU-Wettbewerbshüter, damit der US-Konzern Actelion übernehmen kann. Beide Unternehmen entwickeln Mittel gegen Schlafstörungen. Die Behörde fürchtete, ohne Auflagen könnte eines der Programme nach der Fusion beendet werden, was einen unzureichenden Wettbewerb nach sich ziehen würde.

Idorsia beschäftigt im basellandschaftlichen Allschwil über 600 Personen. Das Unternehmen spezialisiert sich laut einer Mitteilung vom Freitag auf die «Entdeckung und Entwicklung von niedermolekularen Wirkstoffen zur Erschliessung neuer Behandlungsmöglichkeiten». Das Ziel sei es, zu einem der führenden biopharmazeutischen Unternehmen Europas zu werden, heisst es selbstbewusst.

(sda/chb)

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