Ikea hat laut «Spiegel Online» für einen Eklat im EU-Parlament gesorgt. Der Möbelriese war demnach vor den «Taxe»-Sonderausschuss des Europaparlaments geladen, um Aufklärung über seine geringen Steuerzahlungen zu leisten, die 2014 «Luxemburg-Leaks»-Affäre bekannt geworden waren. Doch anstatt einen Vertreter zur Anhörung zu schicken, habe Ikea den Abgeordneten eine «Einladung zur informellen Steuer-Diskussion» in ein griechisches Restaurant geschickt.

Mit Ikea-Vorstand Steve Howard und Steuermanager Frister Mattsson sollten die Politiker dem Bericht zufolge über «faire, transparente und klare internationale Steuersysteme» sprechen. Dabei könnten sie natürlich auch Fragen stellen, zitiert «Spiegel Online» aus der Ikea-Einladung.

«Eine Frechheit»

Das sorgte für Ärger: «Es ist eine Frechheit, die Einladung des Ausschusses auszuschlagen und stattdessen mit uns im Lobby-Format diskutieren zu wollen», zitiert die Nachrichtenseite den wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament, Sven Giegold. «Diese Diskussion muss in der Öffentlichkeit geführt werden, nicht in irgendwelchen Hinterzimmern», so Giegold weiter.

Peter Simon, Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion im «Taxe»-Ausschuss sagte: Schon dass Ikea die Einladung ins Parlament ausgeschlagen habe, sei eine «Missachtung eines parlamentarisch eingesetzten europäischen Ermittlungsgremiums» gewesen, so Simon. Nun aber «setzt Ikea nunmehr dieser Unverfrorenheit die Krone auf».

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(tno/chb)