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Ikea prüft mit Stasi-Unterlagenbehörde Zwangsarbeit

Ikea soll massiv von Zwangsarbeit osteuropäischer politischer Inhaftierter profitiert haben. (Bild: Keystone)

Die Möbelkette Ikea will mit Hilfe der Stasi-Unterlagenbehörde klären, ob bei Auftragsarbeiten in der früheren DDR politische Gefangene für Zwangsarbeit eingesetzt worden sind.

Veröffentlicht am 30.04.2012

Der TV-Sender SVT kündigt für Mittwoch eine Enthüllungsgeschichte an, die Zweifel an der Geschäftsethik Ikeas wecken. Offenbar hat Ikea während Jahren von Zwangsarbeit inhaftierter osteuropäischer Dissidenten profitiert, berichtet der Sender. Die zuständige Ikea-Sprecherin Jeanette Skjelmose sagte der deutschen Nachrichtenagentur dpa am Montag, Ikea habe bereits mit dem Studium von Unterlagen der Berliner Behörde begonnen.

«Wir nehmen diese Angelegenheit äusserst ernst», sagte die Sprecherin im schwedischen Älmhult. Es sei völlig klar, dass der Einsatz von politischen Gefangenen als Zwangsarbeiter für Ikea «total inakzeptabel» wäre.

Ikea hatte seit den 1960er Jahren Möbel unter anderem in Polen sowie in der DDR fertigen lassen. Die Vorwürfe über Zwangsarbeit von politischen Gefangenen beziehen sich nach den Angaben von Skjelmose auf einen Zeitraum von Anfang bis Mitte der 1980er Jahre.

«Bisher sieht es so aus, als ob niemand bei Ikea davon wusste», sagte die Sprecherin. Schon im vergangenen Herbst sei nach Berichten in deutschen Medien mit eigenen Nachforschungen begonnen worden.

(chb/sda)

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