Der Firma Ilford Imaging im freiburgischen Marly dreht das Aus. Nachdem der englische Investor Paradigm Global Partners LLP sein finanzielles Engagement zurückgezogen hat, sucht das Unternehmen einen Käufer. Die Zeit drängt: Wegen Liquiditätsproblemen konnten die Juni-Löhne noch nicht an die 220 Mitarbeitenden überwiesen werden.

Im Moment befindet sich die einstige Ciba-Tochter zwar noch nicht im Konkursverfahren. Sie informierte das Zivilgericht aber über ihre Zahlungsunfähigkeit. Die Angestellten werden Insolvenzabfindungen von der Arbeitslosenversicherung erhalten.

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Bereits am Montag hatte der Verband Angestellte Schweiz darauf hingewiesen, dass dem Fotopapierhersteller langsam der Atem ausgehe. Die Angestellte könnten bald auf der Strasse stehen, hiess es in der Mitteilung.

Personalchefin beruhigt

Deshalb forderte der Verband das Management von Ilford Imaging auf, zusammen mit der Personalvertretung, den Arbeitnehmerorganisationen und den zuständigen Behörden nach Auswegen zu suchen. Der Investor müsse seine moralische Verantwortung wahrnehmen und es ermöglichen, einen «anständigen Sozialplan» zu finanzieren.

Wie die Ilford-Personalchefin Susanne Badini am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, hat das Unternehmen noch «ziemlich realistische Chancen», einen neuen Investor zu finden. Die Firma verfüge über einen grossen Wert und viel Know-how. «Es ist nur eine Frage des Timings», sagte sie. Sie müssten in den nächsten Tagen eine Lösung finden.

Das ehemalige Flaggschiff der Branche für die Entwicklung und Herstellung von beschichteten Produkten für die Foto- und Druckindustrie war in den vergangenen Jahren unter Druck geraten. Einerseits wurde die Situation in der Fotoproduktionsbranche generell schwierig. Andererseits litt Ilford auch unter dem starken Franken, da das Unternehmen beinahe den gesamten Umsatz im Ausland erwirtschaftet.

(tno/sda)