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Illegaler Datenverkauf: Orange und Sunrise bestrafen Mitarbeiter

Orange hat umgehend reagiert und eine Entlassung ausgesprochen. (Bild: Keystone)

Die Telekomfirmen Orange und Sunrise reagieren auf die Ermittlungen der Genfer Staatsanwaltschaft wegen Verstosses gegen das Post- und Telefongeheimnis. Swisscom hält sich noch bedeckt.

Veröffentlicht am 21.05.2012

Die Telekomunternehmen Orange und Sunrise haben Sanktionen gegen Mitarbeiter ergriffen, die vertrauliche Daten verkauft und so das Post- und Telefongeheimnis verletzt haben sollen. Orange entliess einen Mitarbeiter und Sunrise enthob einen von seinen Tätigkeiten.

Der betroffene Angestellte von Orange Schweiz wurde am letzten Freitag mit sofortiger Wirkung entlassen. «Der Mann hat die Verfehlungen zugegeben», sagte Orange-Sprecherin Therese Wenger auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Die Genfer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Mann sowie gegen je einen Mitarbeiter von Orange und Swisscom. Die drei Angestellten sollen seit mehreren Jahren vertrauliche Daten an Dritte verkauft haben. Dabei soll es sich etwa um Listen mit Telefonnummern handeln, die sie an ein Detektivbüro im Kanton Waadt weitergaben.

Interne Untersuchung eingeleitet

Orange wartet nun laut der Sprecherin die nächsten Schritte der Justiz ab. Man habe eine interne Untersuchung eingeleitet bezüglich der Kontrollen zur Gewährleistung des Datenschutzes. Einzelheiten wollte Wenger mit Verweis auf die laufende Strafuntersuchung nicht nennen.

Bei Sunrise, wo der betroffene Mitarbeiter suspendiert wurde, wartet man ebenfalls auf die Resultate der Untersuchung, wie Sprecher Roger Schaller sagte. Wie Orange wird auch Sunrise erst dann über die Einreichung einer Klage entscheiden. «Zum jetzigen Zeitpunkt wäre dies verfrüht», sagte Schaller.

Bei der Swisscom waren am Montag noch keine Angaben darüber erhältlich, was mit dem bei ihr betroffenen Mitarbeiter geschieht.

Erinnert an Datenklau bei Banken

Für den eidgenössischen Datenschützer Hanspeter Thür erinnert der Fall an den Bankensektor. Die Motivation, die Mitarbeitende dazu bringe, Daten zu Gewinnzwecken zu missbrauchen, sei die gleiche, sagte Thür zur sda.

Seines Wissens sei es der erste Fall im Sektor Telekommunikation, in dem die Strafjustiz ein Verfahren eröffnet habe. Auf den ersten Blick würden die internen Kontrollen als ungenügend erscheinen, aber man müsse das Ergebnis der Strafuntersuchung abwarten, um sicher zu sein.

(vst/rcv/sda)

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