Ergänzt der Begriff Executive die herkömmliche Familienabstammung, so weiss man bei Autos: Hier gehts edel zu und her, feudaler auch als bei kommunen Einstiegsmodellen. Businessanzug statt «Übergwändli», Lackschuhe statt barfuss gilt deshalb auch für den Murano, Nissans eben erst in einem zweiten Umgang frisch aufgepeppten Lifstyle-Allradler, der zwar im Original bis 2006 dem Heimmarkt und zusätzlich den Amerikanern vorbehalten blieb, seit seiner Europa-Einführung nun aber auch in der Schweiz seine Fangemeinde findet. Mit seinem überarbeiteten, etwas harmonischer gezeichneten Design (neue Front- und Heckpartie, geänderter Winkel der Seitentüren), seiner verbesserten Motorleistung (neu 256 PS), einer Vielzahl innovativer Bedienlösungen (zwei Einparkkameras, elektrisch betätigte Heckklappe, automatische Um- und Aufklappfunktion der Rückbank) und seinem betont luxuriösen Interieur ist der Koloss Murano aber weit mehr als lediglich eine Evolution seines Vorgängers. Ein echter Business-Class-Crossover, wie Nissans Werbung proklamiert, der sich auf der Vorfahrt zur Oper ebenso wohl fühlt wie - als einmaliger Wochenend-Freizeitspass - auf dem Schottertrail der benachbarten Kiesgrube.

Warten auf den Dieselmotor

Nochmals: Der Murano ist wuchtig, ein fast 2 t schwerer Brummer eben - und deshalb prädestiniert für giftige Blicke all jener Zeitgenossen, die XXL-Autos nichts abgewinnen können. Dienlich als Gegenargument gegen die Behauptung «Gross ist sinnlos» wäre es deshalb, wenn der Treibstoffverbrauch unter die 10-l-Marke gesenkt werden könnte. Mit dem überarbeiteten 3,5-l-V6-Triebwerk ist dies aktuell nicht möglich, bei 11,2 l oszillierte, selbst bei sorgfältigem Einsatz des Gaspedals, die Verbrauchsanzeige im Durchschnittsverkehr. In der Stadt können es hingegen mehr als 14 l sein, auf der Überlandstrasse, dem bevorzugten Einsatzgebiet des Murano, sind 9 l «erfahrbar». Lösen kann das Problem des zu hohen Durchschnittverbrauchs am schnellsten ein geeigneter Dieselmotor; dieser soll ab 2010 zur Verfügung stehen und dem Murano in der Schweiz zu Zusatzverkäufen verhelfen.

Individualisten als Zielpublikum

Wenn es am Interieur mit seinen Premium-Qualitäten (unter anderem neue Ledersitze) nichts auszusetzen gibt und das Komfort- wie das Platzangebot sowohl für Passagiere wie für Gepäck den Aussenmassen des Wagens (Länge 4,84 m, Breite 1,89 m) entsprechen, so wünscht man sich punkto Fahrdynamik weniger Schaukeln bei Kurvenfahrten. Das Fahrwerk ist etwas gar weich ausgelegt; gut hingegen ist die Traktion, auch dank intelligentem 4x4-System.

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Damit wird der Murano jenem Zielpublikum gerecht, das sich abheben möchte vom zunehmend deutsch dominierten Mainstream, das aber auch weniger tief in die Tasche greifen möchte als bei den europäischen Mitbewerbern. Der Einstieg ist ab 65200 Fr. gegeben.