Während in den USA die Mehrheit der Bevölkerung und auch der Staat über ihre Verhältnisse leben und gleichzeitig die Anziehungskraft des «American Way of Life» abnimmt, entstehen neue wirtschaftliche und kulturelle Gravitationszentren in China, Brasilien, Indien und dem pazifischen Wirtschaftsraum.

Zwar hat die wirtschaftliche Abhängigkeit zwischen Amerika, Asien und Europa zugenommen, aber die Dynamik zwischen diesen Regionen verändert sich. So stieg die Industrieproduktion seit Januar dieses Jahres in Südkorea um über 40% und in Japan um mehr als 20% an, während Unternehmen in europäischen Ländern und in den USA vor oftmals schrumpfenden oder leeren Auftragsbüchern standen.

Wenn wir auf China blicken, wird diese Entwicklung noch deutlicher: Im vergangenen Jahrzehnt wuchs das chinesische Bruttosozialprodukt in absoluten Zahlen sieben Mal mehr als das Bruttosozialprodukt Indiens oder doppelt so stark wie dasjenige Frankreichs. Spätestens in 15 Jahren dürfte China die USA als grösste Volkswirtschaft der Welt überholen - sollte sich der Dollar weiter abwerten, würde sich diese Entwicklung automatisch beschleunigen.

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Handelsvolumen explodiert

Die meisten Handelspartner Chinas stehen dessen Aufstieg positiv gegenüber, nährt er doch die Hoffnung auf Wohlstand. So hat sich in den letzten 30 Jahren das Handelsvolumen zwischen Brasilien und China von 200 Mio Dollar auf 50 Mrd Dollar um den Faktor 250 vervielfacht.

Regelrecht explodiert ist auch der Handel zwischen China und Afrika. Allein in den letzten fünf Jahren legte er von 5 Mrd Dollar auf 120 Mrd Dollar zu. Selbst im arabischen Raum, unter dessen Wüstensand die grössten fossilen Energiereserven der Welt lagern, hilft die Globalisierung den Menschen zunehmend, selbst über ihr Schicksal zu bestimmen. Im Unterschied zum letzten Ölboom der 1970er- Jahre reinvestieren die Scheichs über 70% ihrer Öleinnahmen in der Region. Derlei Entwicklungen fördern den Aufstieg einer wirtschaftlich, sozial und kulturell selbstbewussten Mittelklasse.

Wasserpreise verdoppeln sich

Dank der rasanten technologischen Modernisierung und Produktivitätssteigerung, der vorteilhaften Finanzlage und demographischen Entwicklung dieser aufstrebenden Regionen dürfte diese Dynamik auf absehbare Zeit andauern ? und mittelfristig zu einer neuen globalen Weltordnung führen. Ohne Zweifel wird dieser Prozess auf allen Ebenen, wie etwa der wirtschaftlichen, ökologischen oder sozialen, von Spannungen begleitet sein. So häufen sich beispielsweise im Umweltbereich die Anzeichen, die uns die Grenzen des Wachstums deutlich vor Augen führen: In vielen chinesischen Zentren können keine Flugzeuge landen, weil der Smog zu dicht ist.

Das Grundwasser geht fast allen asiatischen Städten wegen Übernutzung aus; in vielen Regionen haben sich die Wasserpreise bereits dieses Jahr verdoppelt, und wahrscheinlich stehen noch viele weitere Anpassungen nach oben bevor.

Neue Basis für Geschäftserfolg

Es ist naheliegend, dass die Knappheit von Ressourcen im nächsten Jahrzehnt zu einem dominanten Thema werden wird, ebenso wie der daraus entstehende Innovationsschub und die Erkenntnis, dass in allen Branchen echter Geschäftserfolg zunehmend von einer nachhaltigen Bewirtschaftung der beschränkten wirtschaftlichen, natürlichen und sozialen Ressourcen abhängt. Vor diesem Hintergrund setzt sich bei Anlegern zunehmend die Erkenntnis durch, dass diese Entwicklungen die globalen Finanzmärkte spürbar beeinflussen werden und langfristig erfolgreiche Investitionen mehr denn je dem Aspekt der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit gerecht werden müssen. Auch der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stieglitz bemerkte kürzlich, dass «nachhaltiges Investieren die wahrscheinlich wichtigste und erfolgreichste Entwicklung in der modernen Vermögensverwaltung darstellt.» Die Erfahrung bestätigt diese Sichtweise: Bei der Bank Sarasin wurde in den letzten zehn Jahren mit nachhaltigen Aktienanlagen, während aller rollierenden Dreijahresperioden, im Durchschnitt eine über 4% bessere Wertentwicklung als der Benchmark, der MSCI World, erzielt. Im selben Zeitraum erwirtschafteten unsere nachhaltig ausgewählten Obligationenanlagen eine ähnliche Wertentwicklung im Vergleich zu ihrem Benchmark.

Gestützt auf diese starken quantitativen und qualitativen Argumente wuchsen in den letzten fünf Jahren unsere nachhaltig verwalteten und nachhaltig beratenen Vermögen von 3 Mrd auf über 30 Mrd Fr. und entwickelten sich damit nicht nur wert-, sondern auch volumenmässig am stärksten von allen unseren Anlagen.

Als Anbieter wissen wir, dass eine nachhaltige Vermögensverwaltung längst nicht mehr eine Spezialdisziplin ist, sondern für verantwortungsbewusste Anleger bereits heute die Grundlage einer zukunftsorientierten und zugleich wertbeständigen Vermögensverwaltung darstellt.