Manuel Oberholzer rechnete nach. Und entdeckte einen unnötig hohen Kostenblock. Der Finanzchef der Rapperswiler Industriegruppe Wicor sicherte letztes Jahr 50 Prozent der Einnahmen gegen Währungsschwankungen ab und vertraute dabei allein auf seine Hausbank. Nun ändert sich das. «Wir werden mit mehreren Banken zusammenarbeiten, um sie einem stärkeren Konkurrenzdruck auszusetzen.» Dadurch verspricht er sich tiefere Margen respektive bessere Wechselkurse.

Das Sparpotenzial für kleine und mittlere Schweizer Firmen ist erheblich. «Die Betriebe verschenken pro Jahr mehrere Hundert Millionen Franken, indem sie zu hohe Absicherungskosten bezahlen», bestätigt Patrick Bauer, Geschäftsführer der Devisenplattform Wisenta.

Cengiz Temel, Risikomanager beim Währungsspezialisten Quaesta Capital, ist überzeugt: Die Banken lassen ihre Marktmacht spielen - zu Lasten der Unternehmen. Schon eine Kostendifferenz von nur zwei Basispunkten zum Marktkurs ergebe je nach Transaktionsgrösse eine Differenz in sechsstelliger Höhe. Dabei geht es für die Banken um viel. Seit zwei Jahren und den ersten Ausschlägen bei Dollar und Euro floriert das Geschäft mit der Währungsabsicherung für Firmen. «In den letzten Wochen und Monaten ist die Nachfrage weiter gestiegen», bestätigt Beat Kündig, Leiter Devisen und Geldmarkt der St. Galler Kantonalbank.

Ein Kampf mit Ellbogen

Die Banken verteidigen das lukrative Geschäft zum Teil mit harten Bandagen. «Für ein kleines Industrieunternehmen haben wir die Fremdwährungsrisiken berechnet und die bis dato nicht marktgerechte Preisstellung für Devisentransaktionen korrigiert», berichtet Risikomanager Temel. Trotzdem habe die Hausbank darauf bestanden, dass keine Drittpartei die Transaktionen ausführe und nur sie als Gegenpartei fungiere. Laut Insidern drohen Hausbanken mitunter ihren Kunden damit, die Kreditkonditionen zu verschlechtern, wenn sie Devisengeschäfte bei der Konkurrenz abwickeln.

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Fulvio Micheletti, Leiter Unternehmenskunden bei der UBS, entgegnet: «Wir haben viele Kunden, die einen Kursvergleich vornehmen und sich auch von anderen Instituten beraten lassen. Sie sind frei, mit wem sie zusammenarbeiten wollen. Der Devisenmarkt ist sehr liquid und transparent.» Ohnehin basiere das Firmenkundengeschäft auf dem gegenseitigen Verständnis des Geschäftes und einer langjährigen Kundenbeziehung.

Ähnlich klingt es bei der CS. «Unser Geschäftsmodell ist nicht auf einzelne Produktlinien fokussiert, sondern darauf, dass wir den Firmen laufend mit Beratung und Dienstleistungen zur Seite stehen», sagt Sprecher Marc Dosch.