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Konzerne
Im Schatten des Landes

 

Die Schweiz gilt als Weltmeisterin der Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Aufgeschlüsselt nach Investitionen für Forschung und Entwicklung hiesiger Unternehmen lässt sich dies nicht erhärte

Von Norman C. Bandi
am 30.10.2013

In den weltweiten Ranglisten zu Innovation und Wettbewerbsfähigkeit belegt die Schweiz regelmässig einen der vordersten Plätze. Vielfach steht sie sogar zuoberst auf dem Podest. Ein Indiz ­dafür, dass die hiesigen Unternehmen ihren Teil zum erfolgreichen Abschneiden des Landes beitragen müssten. Doch anhand der am 22. Oktober 2013 zum neunten Mal erschienenen Studie «Global Innovation 1000» der interna­tionalen Strategieberatung Booz & Company lässt sich dies nicht erhärten.

Die 30 erfassten Konzerne mit Sitz in der Schweiz investierten dieses Jahr zwar rund 31 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung (F&E), was aber nur 4,9 Prozent der gesamten F&E-Aufwendungen der besten 1000 Unternehmen ausmacht – mit 638 Milliarden Dollar (plus 5,8 Prozent) erreicht dieser Wert ein neues Rekordhoch.

Immerhin: 18 der 30 hiesigen Konzerne erhöhten gemäss Booz ihre F&E-Leistung gegenüber dem Vorjahr. Dabei weisen die Schweizer Unternehmen mit 8 Prozent eine hohe Forschungsinten­sität aus. Der weltweite Durchschnitt für das Verhältnis von F&E-Ausgaben zu Gesamtumsatz liegt bei 3,6 Prozent.

Hingegen: Über 60 Prozent der F&E-Investitionen der hiesigen Konzerne entfallen auf die beiden Basler Pharmagiganten Roche und Novartis – in ihrer Sparte sind sie führend. Roche erhöhte die F&E-Aufwendungen um 8,1 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar und liegt damit wie im Vorjahr auf dem dritten Platz der weltweiten Rangliste. Bei Novartis ging die F&E-Leistung um 2,1 Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar zurück, womit das Unternehmen von der zweiten Stelle auf die siebte Position abrutscht.

Die weiteren Konzerne mit Schweizer Sitz in den Top 100 sind der Halb­leiterproduzent STMicroelectronics in Genf (58), der Nahrungsmittelmulti Nestlé in Vevey (84) sowie der Energie- und Automationstechnikspezialist ABB in Baden (96). Knapp nicht unter den besten hundert ist das Agrarmittel­unternehmen Syngenta (113) in Basel.

Die besten Konzerne im globalen Vergleich von Booz sind andere. Mit ­einem F&E-Volumen von 11,4 Milliarden Dollar ist Volkswagen (Deutschland) neuer Spitzenreiter, gefolgt von Samsung (Südkorea) mit einem F&E-Volumen von 10,4 Milliarden Dollar. Als innovativstes Unternehmen gilt weiterhin Apple (USA) vor Google (USA), während es Samsung auch in dieser Wertung erstmals in die Top 3 schafft.

Indes im «Global Innovation Index», den die gleiche Strategieberatung am1. Juli 2013 publizierte, schwang unser Land zum dritten Mal in Folge obenaus.

 

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