Stolz haben jüngst verschiedene Regionen mitgeteilt, sie seien mit besonderen Sehenswürdigkeiten ins Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen worden. Vom Genfersee bis ins Bündnerland finden sich kulturell wertvolle Landschaften und Bauwerke, die sich mit diesem Gütesiegel glänzend vermarkten lassen. Zudem hat der Bundesrat in diesen Tagen eine ganze Serie von Naturparks ins schützenswerte Inventar aufgenommen. Das sind Aktivposten, die auch den Kongress- und Tagungsstandort Schweiz aufwerten.

Die intakte Umwelt ist mit ein Grund, dass unser Land gemäss dem «Travel & Tourism Competitiveness Report 2008» des Wold Economic Forum (WEF) die attraktivste Feriendestination weltweit ist. Bereits zum zweiten Mal belegt die Schweiz vor Österreich und Deutschland den ersten Platz unter den Ferienländern. Ausschlaggebend für diese Spitzenposition sind das moderne und gut ausgebaute Strassen- und Schienennetz, der Sicherheitsstandard und der weitreichende Umweltschutz. Es gibt aber im «Competitiveness Report» nicht nur Pluspunkte. Verbesserungspotenzial besteht bei den Preisen und der Ansprache neuer Kunden aus Asien und Osteuropa.

Die Schweiz wird zunehmend auch für grosse Konzerne interessant, die hier ihre Stützpunkte für das europäische und weltweite Geschäft errichten. «Das löst einen Sog für Businessreisen und Kongressaktivitäten aus», sagt Hotelleriesuisse-Direktor Christoph Juen. Dieses zusätzliche Potenzial lässt sich aber nur nutzen, wenn die einzelnen Standorte auch mit der entsprechenden Infrastruktur mithalten. Im Bereich der Businesshotellerie wurden in den letzten Jahren zahlreiche gewichtige Neubau- und Renovationsprojekte realisiert. Dazu gehört das im Sommer eröffnete neue Kongresshotel direkt im Flughafen Kloten.

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Es gab aber auch Rückschläge. In Zürich hat der Souverän das Projekt für ein neues Kongresshaus direkt am See abgelehnt. Entwicklungspolitische Weitsicht für das prosperierende Tagungsgeschäft wurde in diesem Fall von einem rückwärtsgewandten Bewahrerinstinkt unterlaufen. Heimatschutzinteressen in Ehren, aber es geht nicht an, flächendeckend über die gesamte Schweiz einen «Ballenberg-Park» aufzubauen. In den wichtigsten wirtschaftlichen Zentren brauchen wir grosse Kongresshäuser, die mehrere tausend Teilnehmer beherbergen können. Basel, Bern und Luzern haben das realisiert. St. Gallen spielt ab kommendem Jahr auch in dieser Liga mit. Nur die Hauptmetropole Zürich tut sich weiterhin schwer.