«Now or never», sagt sich der CEO von Intersport International, Franz Julen: «Es ist unser Ziel, dass anlässlich der Olympischen Sommerspiele im August 2008 in Peking das erste Intersport-Geschäft in China eröffnet sein wird», sagt er auf Anfrage.

Ebenfalls nach Peking gelockt haben die Spiele den Käseproduzenten Fromalp AG, der Naturkäse in Spezialitätengeschäften internationaler Hotels anbietet. Emmi, welche in Hongkong bereits seit längerer Zeit mit Käse und Joghurt in der gehobenen Gastronomie und im Retailbereich präsent ist, ist daran, den Markt ausserhalb Hongkongs zu erschliessen und rechnet mit Schub durch die Olympischen Spiele in Peking. «Wir hoffen, in diesem Umfeld unsere Marktchancen nutzen zu können und in der Luxushotellerie und im Retail Fuss zu fassen», sagt Emmi-Sprecherin Ruth Stadelmann. Emmi sei jedoch kein Sponsoringpartner bei den Spielen und trete auch nicht im House of Switzerland auf, obwohl dieses von der Region Luzern angeführt wird (siehe Kasten). Die Ressourcen sollen anders eingesetzt werden.

Fortschritte bei Fleisch

Ebenfalls im Hinblick auf Olympia 2008 empfing der Fleischverband Proviande letztes Jahr eine Delegation aus China. Laut Stephan Scheuner, Leiter Exportmarketing von Proviande, liegt ein erster Entwurf des Protokolls vor, das die Rahmenbedingungen des Exports regelt. «Hintergedanke beim Besuch der chinesischen Delegation waren natürlich auch die Olympischen Spiele im August», erklärt Scheuner. Noch sei aber offen, ob der Export im Sommer überhaupt möglich sein werde.

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Neben Milch- und Fleischprodukten «Made in Switzerland» dürften die Chinesen heuer auch erstmals in den Genuss von Schweizer Hug-Backwaren kommen. Backwarenunternehmer Werner Hug aus Malters: «Wir hoffen, 2008 mit Lieferungen zu beginnen.» Im Vordergrund stünden Gastro-Bäckerei-Halbfabrikate für internationale Hotelgruppen sowie Darvida-Biscuits für den Health-Food-Markt. Verhandlungen mit chinesischen Vertriebspartnern seien im Gang. Wie Emmi strebt auch Hug keinen Auftritt im House of Switzerland an.

Weit häufiger als Nahrungsmittelfirmen zog es bisher Schweizer Technologieunternehmen ins Reich der Mitte, wie etwa die Frauenfelder Baumer Group. Das 400-Mio-Fr.-Umsatz-Unternehmen eröffnete kürzlich eine eigene Niederlassung, hat aber im Gegensatz zum Schokoladekonzern Barry Callebaut keine Absichten, demnächst in China zu produzieren, sondern will bestehenden Kunden Service vor Ort garantieren.

Kurzes Präsentationsfenster

Der Chef des Swiss Business Hubs China, Beat Bürgi, beobachtet: «Firmen, welche ganz neu in China eine Niederlassung eröffnen, sind nicht mehr so zahlreich. Die Firmen sind zurückhaltender geworden und überlegen sich den Schritt zwei- oder dreimal.» Vor einem Sprung nach China nur aus Anlass der Spiele warnt Bürgi: «Für die meisten Firmen ist das Olympia-Fenster von knapp drei Wochen einfach zu kurz respektive Aufwand und Ertrag stehen in keinem optimalen Verhältnis. Zudem dürfte ‹Olympia 2008 Beijing› eine sehr chinesische Veranstaltung werden, mit relativ beschränkter Präsentationsmöglichkeit für ausländische Anbieter.»

Angesichts der Zusatzhürden punkto Sicherheit und Hygiene im Foodmarkt verwundert es nicht, dass die Schweiz 2006 nur für 7 Mio Fr. Nahrungsmittel nach China exportierte. Neben dem Exportschlager Schokolade sind in China vor allem Zuckerwaren, Malz- und Getreideprodukte gut vertreten. Der Gebäckhersteller Roland aus Murten sammelt seit 2006 Erfahrungen in China. Exportchefin Christine Schaer sieht die Hürden bei den hohen Importzöllen, langen Transferzeiten ab Produktion bis zur Feinverteilung in die Vertriebskanäle Carrefour und Metro. Roland würde ein Freihandelsabkommen mit China begrüssen. Der Betrieb strebt zudem ein Produktesponsoring an den Olympischen Spielen an.

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Als Swiss Olympic Leading Partner und somit offizielles Getränk der Schweizer Olympia-Teams werden nicht nur die Athleten ihren Durst mit Rivella löschen, es wird auch im House of Switzerland erhältlich sein. Ein Markteintritt in China steht aber nicht zur Debatte. Sprecherin Monika Christener: «Eine Ausweitung unserer Geschäfte in den asiatischen Raum ist in den nächsten Jahren nicht vorgesehen.»