Mit Komfortansprüchen wird die grassierende Manie der Stahl-Klappverdecke bei der Konkurrenz begründet. Sie seien schneller auf- und zuklappbar, wesentlich sicherer, geräuschärmer sowie absolut wintertauglich. Das mag in gewissen Bereichen – ganz bestimmt der Allwettertauglichkeit – zutreffen. Nur: Der echte Sportwagenliebhaber zieht noch immer das Stoffverdeck der Leichtmetallhaube vor, schon mit Blick auf die ungebrochene Tradition der Roadster-Klasse. Dass Audi bei der Zweitauflage des TT keine Kompromisse eingegangen ist, mag dem Bauchgefühl der Ingenieure zuzuschreiben sein, liesse sich aber auch mit Marktdaten untermauern. Denn der TT, der bei seiner Premiere 1999 seines ebenso eigenwilligen wie gewagten Designs wegen für eine selten gesehene Polarisierung gesorgt hatte, fand längst eine feine, anspruchsvolle Fangemeinde. Rund 1900 TT Cabriolets – plus 3900 TT Coupées – wurden seit der Markteinführung in der Schweiz immatrikuliert; für 2007 rechnet die Importeurin Amag mit gegen 600 Cabrio-Verkäufen. Das sind Argumente, die für den aktuellen Auftritt und damit für Stoff statt Blech sprechen.

In 12 Sekunden zum Weltrekord

Apropos Openair-Komfort: 12 Sekunden dauert das vollautomatische elektrohydraulische Öffnen des Daches. Ganz ohne störende Persenning kommt es aus – und ohne Zwischenhalt, kommt ungelegen Regen. Das Faltdach lässt sich bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern öffnen und schliessen. Zur Ausstattung gehört zudem ein netzbespanntes Windschott, das sich hinter den beiden Überrollbügeln auf Knopfdruck elektrisch ausfahren lässt. Zudem: Dem Stoffdach wird eine Lebensdauer von zehn Jahren gegeben.
Audi wäre nicht Audi, käme nicht Hightech zum Zug. Die hohe Steifigkeit verdankt die Cabriolet-Karosserie den Erfahrungen und der hausinternen Kompetenz aus der Vollaluminium-Space-Frame-Technik, wie diese beim A2 und – erfolgreicher – beim A8 Einsatz findet. Der intelligente Leichtbau, die Kombination Stahl (42%)/Aluminium (58%), macht das Traggestell leichter, aber auch torsionssteifer. Verwindungen und Vibrationen bleiben so aus.

Mit vier oder mit sechs Zylindern

Damit ist, bei einem Gesamtgewicht von 1300 kg, toller Fahrspass garantiert. Der offene Sportler bleibt auf jeder Unterlage souverän; in seiner Luxusausgabe mit dem 3,2-l-Sechszylindermotor profitiert er zudem vom serienmässigen Allradantrieb. Aber auch der kleinere Vierzylinder – bekannt aus dem VW-Konzern und dessen Golf-Reihe – mit 2 l Hubraum (200 PS) vermittelt Sportlichkeit pur. Handling und Agilität sind vorbildlich. An das unten abgeflachte Steuerrad gewöhnt man sich, dank feinfühliger Lenkung, rasch. Sucht man einen Mangelpunkt, so findet man diesen beim Stauraumangebot. Der Kofferraum mit seinem Volumen von 250 l ist ungeeignet für Ferienreisen, letztlich aber typisch für einen echten Roadster.

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Motor: 3,2-l-Sechszylinder mit 3189 cm3 Hubraum
Leistung: 184/259 kW/PS bei 6300 U/min
Max. Drehmoment: 320 Nm bei 2500–3000 U/min
Beschleunigung: 6,1 sek von 0 bis 100 km/h
Verbrauch: 9,5 l/100 km
Preis: 64540 Fr. (Schaltgetriebe); 67540 Fr. S-tronic
Testwagenlieferant: Amag AG, Schinznach-Bad