Szenenkenner des schweizerischen Wirtschaftsgeschehens sollten sich nicht täuschen lassen: EOS - in Versalien geschrieben - steht für das Westschweizer Stromunternehmen Energie Ouest Suisse, Eos hingegen für das 365-Tage-Cabriolet von VW. Parallelen gibt es allerdings: EOS wie Eos sorgen für Power, und beide setzten auf die Natur. Die EOS auf Wasser, der Eos auf Luft. Auf frische Luft, um genauer zu sein, denn das Klappdach-Cabriolet aus der VW-Modellpalette avanciert zum Ganzjahres-Openair-Fahrzeug. Als weltweit erstes Serienauto verfügt der VW-Viersitzer über ein fünfteiliges Cabriolet-, Schiebe- und Coupédach, das CSC. Das in 25 Sekunden elektrisch komplett öffnende respektiv schliessende Dach gibt sich jahreszeitenkonform. Das vordere Segment ist transparent in Glasoptik ausgeführt und kann als Panorama-Schiebedach – bei etwas kühleren Temperaturen im Frühling oder im Herbst – separat geöffnet oder um 35 mm hochgestellt werden.

Richtiges Cabrio-Feeling hingegen kommt auf, wenn – im Sommer – die Kapuze wie ein Sandwich im Kofferraum verschwindet. Da der Windschutzscheibenrahmen, genauer der Dachquerträger, deutlich weniger weit in den Innenraum ragt als bei Mitbewerbern in der Cabrio-Klasse, wird das Ein- und Aussteigen erleichtert.


Auch als Coupé attraktiv genug

Darüber hinaus bietet das CSC-Stahlblechdach bei geschlossenem Zustand – ideal im Hochwinter – die generellen Vorzüge der uneingeschränkten Ganzjahrestauglichkeit, niedrige Fahrgeräusche und, der harten Schale wegen, Schutz vor Vandalismus/Einbrüchen.
Positioniert ist der Eos, bewusst als Cabriolet-Coupé lanciert, zwischen der automobilen A- (Golf) und der B-Klasse (Passat), dementsprechend gross ist die angesprochene, unter anderem im Kreis der kinderlosen Doppelverdiener zu suchende Klientel. Wobei sich, trotz des breiten Leistungsspektrums der Motoren (vier Benziner und ein Dieselaggregat) und der Highend-Technologien (CSC, automatisches Doppelkupplungsgetriebe, Windschott, Parkpilot mit Heckdeckelassistent, 12-Wege-Sitze), die Eos-Interessenten bewusst sein müssen, dass typische Cabrioschwächen nicht ausgemerzt wurden. Dazu gehören, bei Openair-Betrieb, das verminderte Kofferraumvolumen von 205 l beim Topmodell V6 (Coupé 358 l) und die eingeschränkte Sicht nach hinten. Und wenn auch der Eos als vollwertiger Vierplätzer promoviert wird, so ist das Raumangebot für die Fondpassagiere eingeschränkt. Fürs reine Frischluftvergnügen hingegen reichen die Kapazitäten.
Weil Fahrspass nicht nur mit gutem Aussehen und Komfort zu tun hat, platziert VW die Topmotorisierung 3.2 V6 unter die Haube. Damit wird der Eos zum Sportler, mit der Gefahr allerdings, dass die 250 PS hin und wieder etwas gar rennsportlich über die Vorderachse auf die Strasse gebracht werden. Was Einfluss auf den Verbrauch zeigt, der sich knapp unter der 10-l-Marke bewegt. Ausgezeichnet ist das Handling, insbesondere gilt dies für die geschwindigkeitsabhängige, elektromechanische Servolenkung.

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VW Eos 3.2 V6 CSC

Motor Sechszylinder-Motor mit 3189 cm3 Hubraum
Leistung 184 kW/250 PS bei 6250 U/min
Max. Drehmoment 330 Nm bei 2750–3750 U/min
Beschleunigung 7,3 Sek 0–100 km/h
Verbrauch 9,4 l/100 km
Preis 55120 Fr. mit Automatikgetriebe (Testwagen: 63030 Fr.)
Testwagenlieferant Amag AG, Schinznach-Bad