Die momentane Baisse bei Rohstoffen darf nicht darüber hinweg- täuschen, dass die fundamentalen Gründe für einen langfristigen Aufwärtstrend intakt bleiben. Dies gilt vor allem für Rohöl. Öl ist eine begrenzte Ressource. Alle förderbaren Reserven schätzt die Internationale Energieagentur IEA auf 3,5 Billionen Fass, von denen bisher schon ein Drittel genutzt wurde. Zudem warnt sie vor Versorgungsenpässen durch zu niedrige Investitionen. Wir kommen schneller an eine Rohölknappheit, als dies die momentanen Preise implizieren. Dem sinkenden Rohölangebot steht eine steigende Nachfrage aus den Schwellenländern - vor allem China und Indien - gegenüber. Der Wandel von landwirtschaftlich dominierten zu industriell geprägten Volkswirtschaften und der damit verbundene Aufbau von Infrastruktur und Produktionskapazitäten verschlingen enorme Mengen an Rohstoffen wie Öl. Auch die Wirtschaftskrise ändert nichts an diesem Strukturwandel. In Kombination mit dem sinkenden Angebot dürfte das Fass Öl in fünf Jahren gegen 200 Dollar kosten.

Tiefe Korrelation

Ähnlich sieht die Situation bei den Agrargütern aus. Die Preise sind im letzten Jahr dramatisch gesunken, doch langfristig sind auch hier Preissteigerungen zu erwarten. Der Bereich der metallischen Rohstoffe wird trotz Konjunkturabschwächung in den Industrienationen von der Stärke Asiens getrieben.

Rohstoffe sind aufgrund der fundamentalen Trends weiterhin als Anlageklasse attraktiv. Für Anleger eignen sie sich auch deshalb, weil ihre Korrelation mit Aktien und Obligationen sehr gering ist. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung eines Depots. Darüber hinaus federn Rohstoffanlagen die Wirkung steigender Inflationsraten ab, da sie einen weitgehenden Gleichlauf mit der allgemeinen Preisentwicklung aufweisen. Wie bei anderen Anlageklasse gilt auch bei Rohstoffen: Wichtig ist ein aktives Management. Wer Kurstrends antizipiert, kann in allen Marktphasen punkten.

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Der Commodity Alpha Fund von Pioneer Investments nutzt dazu die Erkenntnisse der sogenannten Lagerhaltungstheorie. Sie besagt, dass Rohstoffe mit niedrigen Lagerbeständen einen Preisanstieg erwarten lassen, da nur ein dünner Puffer zur Deckung von Nachfragesteigerungen besteht. Entscheidend für den Erfolg dieser Strategie ist die Auswertung der richtigen Indikatoren.

Versorgung als Signal

So zeigt sich eine Verknappung der Versorgung in steigenden Spotpreisen (Tagespreis). Die Entwicklung des Terminpreises (Future) am langen Ende der Preiskurve gibt Auskunft darüber, welche Zeitspanne der Markt für den Aufbau ausreichender Lagerbestände veranschlagt. Liegt das Niveau der Futures unter den Spotpreisen, sprechen Händler von «Backwardation». Sie kennzeichnet eine bereits eingetretene oder aber eine erwartete Knappheit. So lassen zum Beispiel Befürchtungen über eine Krise im Mittleren Osten die Tagespreise für Öl steigen, weil Käufer kurzfristig ihre Lagerbestände eindecken. Für die Sicherung ihrer zukünftigen Versorgung zahlen sie eine Prämie gegenüber den Terminpreisen.

In diesem Szenario kann der Pioneer Commodity Alpha Fund vier «Alpha-Quellen» für die Performance erschliessen. Das erste Element bilden klassische Long-Positionen mit Rohstoffen, denen sie aufgrund anhaltend niedriger Lagerbestände eine langfristige Outperformance zutrauen. Im zweiten Schritt wird das Portfolio mit Short-Positionen verfeinert. Hierfür kommen Rohstoffe mit tendenziell hohen Lagerbeständen und der niedrigsten Terminbasis in Frage. Drittens werden sogenannte Small Commodities beigemischt, die nicht in Benchmark-Indizes wie dem Dow-Jones AIG-Rohstoffindex enthalten sind, aber eine hohe Liquidität aufweisen.

Die adäquate Gewichtung der genannten Strategien bildet die vierte Alpha-Quelle. Anhand historischer Daten für verschiedene Marktszenarien setzt der Fonds dabei die Ansätze mit dem besten Rendite-Risiko-Profil bei der Asset Allokation ein. Idealerweise sind dies zwei oder mehr Strategien zugleich mit einer maximalen Gewichtung von jeweils 50%.