Seit einem Monat ist das von Stararchitekt Daniel Libeskind entworfene Freizeit- und Einkaufszentrum Westside geöffnet. Stolz erklärt Anton Gäumann, CEO Neue Brünnen und Gesamtprojektleiter Westside: «Die Besucherfrequenz ist sehr hoch und liegt über unseren Erwartungen.» 15000 bis 25000 Personen besuchen das Westside täglich. Mit 10000 Besuchern hat er gerechnet.

Umsatzziele als Bumerang

Doch ob all diese vielen Besucher auch kaufen und konsumieren, bleibt unklar. Umsatzzahlen zu den 55 Shops und zehn Restaurants und Bars will Gäumann nicht nennen. Nicht einmal Umsatz- ziele möchte er veröffentlichen. Schliesslich will er nicht denselben Fehler begehen wie die Centerleitung des Zürcher Shopping-centers Sihlcity. Diese hatte sich bei der Eröffnung weit aus dem Fenster gelehnt: Statt des anvisierten Umsatzziels von 300 Mio Fr. hat es im letzten Jahr nur 245 Mio Fr. Umsatz erzielt.

«Es braucht drei bis fünf Jahre, bis sich ein Zentrum etabliert hat», meint Gräumann. Immerhin lässt er sich entlocken, dass die Umsätze im Detailhandel im ersten Monat «gemäss Budget» seien, im Gastrobereich würden sie sich aber über dem anvisierten Budget entwicklen.

Weshalb laufen die Restaurants so gut? «Wir sind eben nicht nur ein Shoppingcenter, sondern auch ein Erlebniscenter mit elf Kinosälen, Hotel, Bad, Spa und Wellnessoase. Und das animiert die Besucherinnen und Besucher zur längeren Verweildauer.»

Dass der Start des luxuriösen Westside prompt in die Finanzkrise fällt, die Konsumentenstimmung am Sinken ist und sich auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren befindet, bereitet Gäumann kein Bauchweh. «Das ist für uns kein Thema. Wir haben ja keine Vergleichsmöglichkeiten zu Vorjahren.»

Überrascht hat ihn die rege Nutzung des öffentlichen Verkehrs. Doch dazu kann er keine Zahlen präsentieren.