Lesen Siedazu auchexklusiv auf "Handelszeitung Onlilne" das mit Kuoni-CEO Stefan Leser

Die Schweizer Geschäftseinheit hat innerhalb der Kuoni Reisen Holding seit einiger Zeit das Image eines Sorgenkindes. Dieses will Stefan Leser, Mitglied der Geschäftsleitung der Kuoni Reisen Holding und CEO von Kuoni Schweiz in Zürich, noch dieses Jahr «auf jeden Fall» los werden. Im Gespräch mit der «Handelszeitung» sagt er: «Die Halbjahreszahlen 2008 zeigen, dass wir den Nettoerlös gesteigert und den Ebit deutlich verbessert haben.»

Seine Zuversicht begründet Leser wie folgt: «Ich habe in meiner Verantwortung für Kuoni Skandinavien schon einmal ein Sorgenkind übernommen – davon spricht heute auch keiner mehr. Im Gegenteil: Heute verzeichnet Skandinavien im 1. Halbjahr den grössten Gewinnsprung in der Kuoni-Gruppe. Ich bin guter Hoffnung, dass mir ein Erfolg auch in der Schweiz gelingt.»

Helvetic-Relaunch erfolgreich

Im 1. Halbjahr 2008 erzielt Kuoni Schweiz einen leichten Umsatzzuwachs um fast 2% auf 426 Mio Fr. (Vorjahr: 418 Mio Fr.). Im Konzern-Jargon wird dies als Resultat innerhalb der Erwartungen bezeichnet. Leser sagt: «Die Schweiz ist ein gesättigter Reisemarkt. In Anbetracht einer Kapazitätsreduktion im vergangenen Winter auf der Langstrecke von 18% und der deutlich geringeren Nachfrage nach Ferien in Kenia ist dies ein positiver Zuwachs.» Vor allem der erfolgreiche Relaunch von Helvetic Tours habe dazu beigetragen.

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Das Betriebsergebnis (Ebit) entspricht zwar erneut einem Verlust, doch mit minus 7 Mio Fr. (Vorjahr: minus 13,4 Mio Fr.) fällt er um fast 48% geringer aus. Leser scheint sich für den weiteren Verlauf des Jahres keine Sorgen zu machen: «In unserem Geschäftsjahr liegen bis und mit Juni keine Hochsaisonmonate. Daraus ergibt sich eine ungleiche Gewinnverteilung zwischen den Halbjahren. Im Reisegeschäft ist das 1. Halbjahr traditionell ein Verlustgeschäft, weil die starken Monate wie Juli oder Oktober und das Weihnachtsgeschäft erst im 2. Halbjahr sind.»

Profitablere Töchter

Innerhalb der Gruppe liegt der Juli nach Konzernangaben über den Werten des Vorjahresmonats. Und weil der Juli jeweils über einen Drittel des Ebit ausmache, werte Kuoni dies positiv für den weiteren Geschäftsverlauf.

Trotzdem werden Aussenstehende bei Kuoni Schweiz das Gefühl nicht los, dass die zehn Tochtergesellschaften profitabler wirtschaften als die Hauptmarken Kuoni und Helvetic Tours. Leser ergänzt: «Unsere spezialisierten Tochtergesellschaften machen uns viel Freude. Da sie in spezialisierten Segmenten tätig sind, haben sie über das gesamte Jahr einen gleichmässigeren Geschäftsverlauf.» Was beim Total nicht zu unterschätzen sei. «Die Kuoni-Töchter erwirtschaften etwas weniger als die Hälfte des Gewinns.»

Eigentlich veröffentliche man keine Zahlen zu einzelnen Marken, sagt Leser, meint aber: «Ich sehe jedoch eine Umsatz- und Margensteigerung mit unseren Hauptmarken Kuoni und Helvetic Tours.»

In der Schweiz weiter führend

2007 konnte Kuoni Schweiz den Gesamtumsatz wieder mal auf knapp über 1 Mrd Fr. steigern. Da sollte 2008 doch noch mehr drin liegen, dürfte man meinen. Leser hält fest: «Wachstum an und für sich ist kein Unternehmensziel. Die gesunde Profitabilität ist unsere Hauptaufgabe, vor allem in Bezug auf das eingesetzte Kapital – und hier zeigen die Halbjahreszahlen 2008, dass Kuoni in der Schweizer Reisebranche mit Abstand führend ist.»

Darauf zielten auch alle Aktivitäten ab, die Kuoni Schweiz in den vergangenen zehn Monaten unternommen habe. Gemeint ist damit die Neupositionierung von Helvetic Tours, die Stärkung der Premiummarke Kuoni sowie die Übernahme von Direkt Reisen.

Grösse ist kein Selbstzweck

Leser führt weiter aus: «Die Aktivitäten dienen dazu, die Gesamtmarktpositionierung von Kuoni Schweiz nachhaltig zu verbessern. Es geht uns nicht darum, in fünf Jahren 1,5 Mrd Fr. statt 1 Mrd Fr. gross zu sein. Grösse ist kein Selbstzweck. Umsatz zu bolzen ist in der Touristik relativ einfach. Das heisst aber nicht, dass dabei unter dem Strich Geld verdient wird.»