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Rückgang
Immer weniger Milchkühe grasen in der Schweiz

Milchkuh: 566'000 grasten im Oktober in der Schweiz. Keystone

Im Oktober haben so wenige Milchkühe in der Schweiz gegrast, wie noch nie seit Beginn der Zählung. Milchtrinker müssen sich aber noch keine grossen Sorgen machen.

Veröffentlicht am 26.11.2016

Knapp 566'000 Milchkühe haben im Oktober 2016 auf den Schweizer Wiesen gegrast. Ihre Anzahl hat insgesamt in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. Im Jahr 2009 wurden noch über 600'000 Milchkühe gezählt.

Die Anzahl der Milchkühe im Jahr 2016 stellt ein Rekordtief dar, wie der Landwirtschaftliche Dienst (LID) am Freitag unter Berufung auf die Tierverkehrsdatenbank (TVD) mitteilte.

Gründe schwierig zu erfassen

Seit Ende der 1980er Jahre, als Rinder, die für die Milchwirtschaft gehalten werden, spezifisch als Milchkühe erfasst werden, wurden nie weniger Milchkühe gezählt aus heute. Dies bestätigte Reto Burkhardt von den Schweizer Milchproduzenten (SMP) auf Anfrage.

Die Gründe für den Rückgang seien schwierig zu erfassen, sagte Burkhardt dem LID. Möglich sei, dass einige Produzenten wegen der tiefen Milchpreise die Tiere früher schlachten würden. Wie dem Geschäftsbericht der SMP aus dem Jahr 2015 zu entnehmen ist, war der vom SMP definierte Standard-Produzentenpreis für Molkereimilch Ende 2015 so tief wie zuletzt Mitte der 1960er Jahre.

33 Prozent weniger Höfe in 20 Jahren

Auch dass die Anzahl der Bauernhöfe abnehme, könne zur Folge haben, dass es weniger Milchkühe gäbe, sagte Burkhardt. Wie der Informationsdienst anfangs Woche informierte, hat die Anzahl der Bauernhöfe seit 1996 von 79'479 Höfen um 33 Prozent auf 53'232 Betriebe im Jahr 2015 abgenommen. Allerdings sind die Höfe grösser geworden: zwischen 2000 und 2011 sind die Betriebe von durchschnittlich 15,2 auf 18,3 Hektaren gewachsen.

Dass der Schweiz nun wegen der geringeren Anzahl von Milchkühen die Milch ausgeht, muss gemäss Burkhardt nicht befürchtet werden. Die grösseren Betriebe würden mehr Milch liefern, da sie sehr professionell arbeiteten. Auch die Genetik der Tiere sei besser geworden, weshalb die Milchmenge trotz weniger Tieren nicht abnehmen werde.

(sda/gku)

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