Nebst dem direkten Kauf von Wohn- und Büroliegenschaften haben sich Immobilienfonds und Aktien von Immobiliengesellschaften als gängige Investments etabliert. Nun wird das Anlageuniversum durch Strategie- und Indexzertifikate in diesem Sektor ergänzt. Die Erweiterung der Produktepalette geschieht auch mit dem Hinweis, dass die offenen Immobilien-fonds speziell durch die jüngst erfolgte Schliessung eines deutschen Fonds in ein schiefes Licht geraten seien.

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Börsennotierte Immobilienunternehmen haben diese Nachteile nicht, aber der Anleger muss sich jeweils für einzelne Aktien in bestimmten Ländern entscheiden. Das hat die Citigroup dazu bewogen, gemeinsam mit der Deutschen Börse einen Customer-Index mit zehn Unternehmen aus dem deutschsprachigen Europa zu entwickeln. Lorenzo Martino, Produkt-Manager bei der Schweizer Niederlassung der Citigroup Global Markets Ltd., begründet den Index mit einem Preispotenzial, das in den Märkten Schweiz, Deutschland und Österreich schlummere. Während die Immobilienpreise in den USA und Grossbritannien erheblich zugelegt hätten, sei es im deutschsprachigen Raum relativ ruhig geblieben. Hohe Chancen misst man insbesondere den deutschen Immobilien zu.

Jährliche Titelanpassung

Sollte sich das nördliche Nachbarland nach einer längeren Durststrecke wirtschaftlich erholen, prognostizieren die Analysten einen Preisanstieg, der sich in höheren Notierungen bei den Immobilienaktien niederschlagen dürfte. Die Spezialisten der Citigroup und der Deutschen Börse haben einen Index entwickelt, der sich zu über 50% auf Immobilienaktien aus Deutschland stützt (siehe Kasten). Der «Immo Index», mit je mindestens zwei Unternehmen aus den drei deutschsprachigen Ländern, konzentriert sich auf die Titel mit der höchsten Marktkapitalisierung.

Aus der Schweiz sind das im Moment die Aktien PSP Swiss Property, Swiss Prime Site (SPS) und Allreal. Für Heiko Geiger von der Deutschen Börse deckt der Index das Grunduniversum mit rund 80% der Gesamtmarktkapitalisierung gut ab. Damit sei eine hohe Liquidität gegeben. Durch eine jährliche Anpassung der Titelzusammensetzung jeweils im September sowie die vierteljährliche Neugewichtung der einzelnen Papiere könnten Veränderungen am Immobilienmarkt flexibel aufgefangen werden.

Die Immobilienaktien haben allerdings, ähnlich wie der Gesamtmarkt, jüngst nach unten korrigiert. Eine historische Betrachtung mit stolzen Indexsteigerungen über die letzten drei Jahre ist deshalb mit Vorsicht aufzunehmen. Verfällt der Aktienmarkt in eine Seitwärtsbewegung, trifft dies auch das Immobiliensegment. Lorenzo Martino verweist für das Immobilien Index Zertifikat Equity First (Zeichnungsfrist bis 29.5.2006) auf grundlegende Veränderungen, die sich in naher Zukunft mit der Einführung von so genannten Real Estate Investment Trusts (Reits) ergeben. In Deutschland wird diese international gängige Form einer börsennotierten Immobiliengesellschaft, gestützt auf ein neues Gesetz, bereits 2007 erwartet. Diese steuereffizienten Instrumente können dann ebenfalls in den Index aufgenommen werden.

Vorsicht vor hohen Kosten

Von der UBS wurde die geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen wie Aktien, Obligationen und Hedge Funds im letzten Monat zum Auflegen der European Real Estate Securities Strategy Certificates genutzt. Dieses Vehikel konzentriert sich durch eine geschickte Auswahl auf europäische Immobilienaktien und Reits. Mit einem aktiven Management sollen die Diskrepanzen zwischen Marktpreisen und inneren Werten aufgespürt werden. Das hat für Anleger aber auch seinen Preis: Im Vergleich zur jährlichen Managementgebühr von 1% beim Index- Zertifikat der Citigroup verrechnet die UBS für ihr Strategie-Zertifikat eine Pauschalgebühr von 2,2% pro Jahr.