Bruno Schweinzer, Leiter Immobilien der Avadis Anlagestiftung, versprühte Optimismus, als er die Teilnehmer provozierte: «Merken Sie denn etwas von einem Sturm?» In der Schweiz, da war man sich einig, gibt es im Gegensatz zum Ausland keinen Katzenjammer in der Branche. Bewährt habe sich die Konzentration auf Mehrfamilienhäuser. Schweinzer: «In Geschäftsliegenschaften investieren wir nur sehr selektiv». Er warnte allerdings davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Die Risiken müssten gut im Auge behalten werden. Solche sieht er etwa in neuen Vorschriften, der Erdbebenthematik oder sich verändernden Nachfragepräferenzen.

Auch Donato Scognamiglio, CEO der IAZI AG, hatte viel Erfreuliches zum Immobilienmarkt zu berichten. «Schweizer Immobilien-Direktanlagen waren im letzten Jahr die Anlage mit der besten Performance.» Er untermauerte zudem mit Zahlen die Aussage seines Vorredners: «Am attraktivsten war die Anlage in reine Mehrfamilienhäuser.» Probleme prophezeite er bei den Geschäftsliegenschaften, er erinnerte aber daran, dass dies nicht dramatisch sei: «Alle drei oder vier Jahre haben Geschäftsliegenschaften Mühe - das gehört zu dieser Anlagekategorie und sollte durch eine insgesamt höhere Rendite abgegolten werden.» Beim Wohneigentum sieht er keinen dramatischen Einbruch, wenn auch der Boom vorbei sei. Probleme bekommen könnte das Hochpreissegment, wo über die letzten zehn Jahre in einzelnen Gemeinden die Preise um über 100% angestiegen sind. Scognamiglio: «Aus goldenen Küsten könnten silberne Hänge werden.»

Die Sturmgefahr nimmt zu, wenn die Zinsen stark ansteigen. Darauf ging Alain Chaney, Doktorand an der Universität Genf und Risikoanalyst bei der Neuen Aargauer Bank und der IAZI AG, genauer ein. Veränderungen bei den Zinsen haben Auswirkungen auf den Wert von Immobilien. Die Quantifizierung ist allerdings komplex. Der Effekt der Zinsänderungen hängt auch von portfoliospezifischen Faktoren ab, welche der Eigentümer teils beeinflussen kann. «Jeder Eigentümer sollte die Zinssensitivität seines Portfolios kennen, damit er die Wertveränderungsrisiken seiner Immobilien möglichst gering halten kann».

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