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Implenia: Bubb setzt auf das Konzessionsgeschäft

Der Schweizer Baukonzern, der sich derzeit gegen den Fondsbetreiber und Implenia-Aktionär Laxey Partners wehrt, erklärt seit längerem, er wolle im Ausland tätig werden. Die Erfolge lassen allerdings a

Von Adrian Knoepfli
am 20.06.2007

Der Schweizer Baukonzern Implenia will im Ausland «über eine klar definierte Nischenstrategie wachsen», betont CEO Christian Bubb gegenüber der «Handelszeitung». Heute macht das Unternehmen seinen Umsatz praktisch zu 100% in der Schweiz. Noch kann Implenia keine grossartigen Resultate dieser Strategie vorweisen, doch Bubb gibt sich zuversichtlich: «Es ist kein Problem, im Ausland irgendeinen Auftrag zu akquirieren», erklärt der Implenia-Chef. Die Schwierigkeit bestehe darin, systematisch ein profitables Auslandsgeschäft aufzubauen. «Wir wollen im Ausland Margen, die besser sind als diejenigen in der Schweiz», so Bubb.

Die bevorzugten Stossrichtungen sind laut Bubb Konzessionsgeschäfte und Public-Private-Partnership-Projekte. Mit Konzessionen hat die Implenia allerdings noch keine Erfahrung. Der Konzern könne hier, so Bubb, sein Gesamtdienstleistungs-Know-how (Management und Abwicklung von Projekten) in Konsortien einbringen. Die Finanzkraft werde hingegen eher von anderer Seite kommen. Dazu Bubb: «Im europäischen Konzert sind wir etwa die Nummer 40, ein besseres KMU.»
Die lange Vorlaufzeit derartiger Projekte führt nicht zu schnellen Erfolgsmeldungen, deshalb braucht Implenia noch etwas Zeit. Bis die Internationalisierung wirklich zum Wachstumstreiber wird, dürfte es ein paar Jahre dauern. Auch Bubb glaubt nicht, dass im Ausland jemand auf Implenia wartet. Immerhin habe man festgestellt, dass das Label «Swiss» mit Merkmalen wie Korrektheit, Qualität und Termin-treue sehr gut ankomme. Tätig werden will Implenia in einem Umkreis von etwa drei bis vier Flugstunden.

Nur wenige im Ausland aktiv

Die Mehrheit der Schweizer Bauunternehmen hat sich in den vergangenen Jahren auf den Schweizer Heimmarkt beschränkt. Zwischen 2000 und 2005 schwankte der Auslandumsatz der grossen Firmen, die in der Ende 2006 aufgelösten Gruppe der Schweizerischen Bauindustrie SBI zusammengeschlossen waren, gerade mal zwischen 50 und 100 Mio Fr.
Im Ausland aktiv ist Walo Bertschinger. Das Unternehmen hat sich auf Spezialitäten wie den Damm- und Deponiebau sowie Industrieböden fokussiert. Der Umsatz belief sich 2006 auf 594 Mio Fr. Den Asphaltwasserbau betreibt die Walo-Gruppe auch in Afrika und Asien. Töchter besitzt sie in England und Frankreich. 2006 machte das Auslandgeschäft gemäss CEO Walo Bertschinger rund 10% aus, «mit wachsender Bedeutung für Umsatz und Ertrag».
Die Berner Marti (geschätzter Umsatz 2006: 580 Mio Fr.) ist in den Sparten Tunnelbau, Förder- und Elektrotechnik tätig und besitzt unter anderem Firmen in Spanien und der Slowakei, darunter ein Kieswerk.
Besonders stark international ausgerichtet ist die Gleisbaugruppe Sersa (geschätzter Umsatz 2006: 250 Mio Fr.). Hie und da macht auch die Implenia im angrenzenden Ausland in einem Tunnelbaukonsortium mit. Das sei aber, erklärt Bubb, keine strategische Ausrichtung. «Da sind die Margen etwa gleich schlecht wie in der Schweiz.»
Von den ganzen Spekulationen um das Aktienpaket im Besitz von Laxey Partners hat Christian Bubb genug: «Dazu gebe ich keinen Kommentar mehr ab.» Trotzdem kursieren weiterhin Namen möglicher Käufer. Hochtief etwa, die mit Implenia an der Neat baut. Doch Hochtief winkt ab: «Wir haben mit der Sache nichts zu tun», heisst es dort. Bei der österreichischen Strabag will man gemäss Konzernsprecher Christian Ebner ebenfalls nichts von Implenia wissen: «Strabag ist sehr stark in Osteuropa aktiv und konzentriert sich auch weiter darauf.»

Beim französischen Bauriesen Bouygues hält man sich bedeckt. Jacky Gillmann, CEO der Schweizer Bouygues-Tochter Losinger: «Es handelt sich dabei um reine Spekulation.» Bouygues ist im übrigen in der Schweiz auf Einkaufstour: Nach dem Generalunternehmen Marazzi (2006) kaufte sie kürzlich die Mibag mit über 900 Beschäftigten, der Nummer eins
unter den Schweizer Facility-
Management-Dienstleistern. Die Übernahme des führenden Schweizer Elektroinstallateurs Burkhalter mit einem Umsatz von 412 Mio Fr. und 2800 Beschäftigten ist zwar noch nicht definitiv. Burkhalter-VR-Präsident Gaudenz Domenig sagt gegenüber der «Handelszeitung»: Die Verhandlungen seien «noch etwas weiter» als bereits «sehr weit fortgeschritten».

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