Eine neue Runde im Kampf um den Baukonzern Implenia ist eingeläutet, nachdem sich nun auch der Hedge-Fonds Laxey Partners an die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) gewendet hat. Die Beschwerde zielt wesentlich darauf ab, dass Implenia als Abwehrmassnahme gegen den ungeliebten Investor daran arbeite, einen harten Aktionärskern zu bilden, der für die Eigenständigkeit des Unternehmens einstehe. Dabei soll die Gesellschaft auf die Unterstützung von Finanzdienstleistern zählen können, die Aktienpakete kaufen und bei unternehmensnahen Kreisen platzieren. Ein Vorgehen, wie es Laxey beim Aufbau ihrer Beteiligung auch angewandt hat. «Gegen die Massnahme als solches haben wir nichts. Nur müssen die Meldepflichten eingehalten werden», erklärt Laxey-Investmentchef Roger Bühler. Und dies ist nach Ansicht des Hedge-Fonds nicht geschehen.

Lex-Koller-Entscheid ohne Effekt

Für Implenia-Verwaltungsratspräsident Anton Affentranger sind die Vorwürfe haltlos. «Sie zeigen vielmehr, dass Laxey nicht mehr weiter weiss und in einer Sackgasse steckt», sagt Affentranger. Schliesslich sei es dem Hedge-Fonds bisher nicht geglückt, das Aktienpaket an einen neuen Investor zu verkaufen. Und eine Eintragung der Laxey-Beteiligung von gegen 30% wird von Implenia nach wie vor abgelehnt. «Wir können und werden sie nicht eintragen, solange die Lex Koller in Kraft ist», erklärt der VR-Präsident. Daran wird sich auch nach dem Entscheid des Bundesrats zur Aufhebung der Lex Koller nichts ändern, da es bis zur Umsetzung der neuen Regelung zwischen drei und fünf Jahre dauern dürfte.

Internationale Partner prüfen

Von einer Sackgasse will Roger Bühler nichts wissen. «Die Implenia-Beteiligung ist für uns ein interessantes Asset, das nicht überbewertet ist», so der Laxey-Investmentchef. Allerdings weist er darauf hin, dass Implenia, statt eisern an der Eigenständigkeit festzuhalten, die Option einer internationalen Partnerschaft prüfen sollte. «Die Auslandstrategie von Implenia ist mit hohen Risiken verbunden, bindet viele Ressourcen und kostet den Baukonzern Zeit und Geld», ist er überzeugt. Implenia will im Ausland als Gesamtdienstleister ins Konzessionsgeschäft und in Public-Private-Partnerships vordringen. Dass diese Expansion ins Ausland auch von zahlreichen Aktionären nicht goutiert werde, sieht Bühler durch Grossinvestoren bestätigt, die seinem Hedge-Fonds ihre Beteiligung abgetreten haben.
Trotzdem will Implenia vom eingeschlagenen Kurs der Eigenständigkeit nicht abkommen. Schliesslich bringe dieser auch für die Aktionäre den grössten Mehrwert. «Wir sind offen für neue Vorschläge», sagt Anton Affentranger. Sogar ein Verkauf von Implenia schliesst der VR-Präsident nicht kategorisch aus. Dazu müsste der Preis pro Aktie allerdings deutlich höher liegen, als dies bisher der Fall ist. «Noch konnte uns niemand eine bessere Alternative zur Eigenständigkeit präsentieren», so Affentranger.

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