Am diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos ist eine Gesamtschau geplant über die drängendsten ökonomischen, politischen und sozialen Fragen. «Wir sind zurzeit mit einer sehr komplexen globalen Agenda konfrontiert», sagt Klaus Schwab, Gründer des World Economic Forum (WEF). «Die Aufgabe von Davos ist es, alle diese Themen darzustellen und vor allem auch die Zusammenhänge zu beleuchten.»

Einer der Schwerpunkte ist ­ neben allgemeinen Managementfragen ­ der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft gewidmet. Stichworte dazu sind die Wachstumsschwäche einiger europäischer Staaten, die Preisentwicklung von Energieträgern und die hohen Defizite der USA.

Weitere thematische Schwerpunkte bilden die Situation im Mittleren Osten und die politischen und ökonomischen Folgen des Aufstiegs von China und Indien. «Mit dem Erstarken von China und Indien erleben wir eine völlige Umgestaltung, nicht nur der Konkurrenzverhältnisse, sondern insgesamt unserer Wirtschaftsstrukturen und in der Konsequenz auch unserer Machtverhältnisse», erläutert Schwab. «Wir sind uns über die Wirkungen noch viel zu wenig bewusst.»

Ein weiterer Themenblock ist der Klimaerwärmung gewidmet. «Hier werden wir in Davos mit neuen Initiativen an die Öffentlichkeit treten», kündigt der WEF-Gründer an. Zu den Schwerpunkten zählt auch die Entwicklungspolitik: «Hier geht es auch um die Frage, wie dank dem Einsatz moderner Technologien, vor allem des Internets und generell der Computertechnologie, das Erziehungs- und Gesundheitswesen in Entwicklungsländern verbessert werden kann.» Zusätzlich sollen aus aktuellem Anlass Fragen rund um den Wiederaufbau in den von der Flutwelle betroffenen Ländern in Asien erörtert werden.

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Von Gates bis Jolie

Unter den zahlreichen prominenten Gästen des diesjährigen Jahrestreffens in Davos zählen voraussichtlich Wirtschaftsgrössen wie Microsoft-Gründer Bill Gates, Novartis-Chef Daniel Vasella, Cisco-CEO John Chambers oder EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.

Von Seiten der Politik nehmen gemäss vorläufigem schriftlichem Programm auch der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder, die CDU-Vorsitzende Angela Merkel, der britische Premier Tony Blair, der tschechische Präsident Vaclav Klaus, der brasilianische Präsident Luiz Ignacio Lula da Silva sowie aus der Schweiz die Bundesräte Hans-Rudolf Merz, Joseph Deiss, Micheline Calmy-Rey und Bundespräsident Samuel Schmid teil.

Aktiv am diesjährigen WEF-Meeting sind aber auch Grössen aus der Kultur wie die Musiker Peter Gabriel und Lionel Richie, die Schauspieler Richard Gere und Angelina Jolie oder Schriftsteller wie Paul Coelho und Nadine Gordimer. Diese höchst unterschiedliche Zusammensetzung von Referenten und Gästen bringt eine der Stärken des World Economic Forum zum Ausdruck: Spitzenleute aus der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur kommen miteinander ins Gespräch und erörtern gemeinsam Lösungen für die bedeutenden Herausforderungen der Welt.