Das weltweite Vermögen in Hedge- Fonds erreichte Mitte 2007 mit rund 1,7 Billionen Dollar einen neuen Höchststand. Insbesondere Fund of Hedge Funds (FoHF) werden von Investoren vermehrt zur risikoeffizienten Investition genutzt. Die zunehmende Auslagerung des Portfolio- und Risikomanagements an spezialisierte FoHF-Manager erklärt sich einerseits durch die generell geringe Transparenz innerhalb der HF-Branche bzw. das damit verbundene Informationsdefizit für Anleger ohne entsprechende Expertise. Sowie andererseits durch das erforderliche Spezialwissen in Bezug auf die einzelnen Anlagestrategien. Ein weiteres Plus ist die Möglichkeit, bereits mit moderaten Anlagebeträgen an der Performance eines diversifizierten HF-Portfolios zu partizipieren. In Investorenkreisen etwas weniger bekannt ist allerdings die Möglichkeit, mit indexbasierten Strategien in Hedge- Fonds zu investieren oder bestehende Investments durch Sektor-Index-Strategien zu ergänzen.

Objektive Vergleichsmöglichkeit

Da die Zahl der international angebotenen Hedge-Fonds im vergangenen Jahrzehnt auf geschätzte 10000 Produkte explodiert ist, hat sich der Bedarf nach einer objektiven Vergleichsmöglichkeit bereits Ende der 90er Jahre abgezeichnet. Die Berechnung von HF-Indizes ist jedoch wesentlich komplexer als diejenige vergleichbarer Aktienindizes. Grundsätzliche Prinzipien wie Repräsentativität, Objektivität und Transparenz sind bei Hedge- Fonds-Indizes zwar ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Zusätzlich müssen jedoch Hedge- Fonds-spezifische Eigenarten wie beispielsweise das Fehlen einer vollständigen Auflistung aller Hedge-Fonds oder die Tatsache, dass die entsprechenden Renditen jeweils zeitverzögert kommuniziert werden, beachtet werden. Zudem muss der Index einer regelbasierten Methodik folgen und die anerkannten Berechnungsstandards in den traditionellen Anlageklassen berücksichtigen.

Umfangreiche Datenbasis

Da es in der HF-Branche an verlässlichen und frei verfügbaren Daten mangelt, ist eine umfassende und exakte Datenbasis der zentrale Erfolgsfaktor für einen HF-Index. Durch die Zusammenarbeit mit Tremont Capital Management verfügt die Credit Suisse seit 1998 über die entsprechend umfangreiche Infrastruktur. Bei der Index-Konstruktion ist darauf zu achten, dass ungewollte Verzerrungen vermieden werden. So ist es zum Beispiel wichtig, dass die historischen Renditen der Fonds, die liquidiert wurden, im Index verbleiben und nicht rückwirkend gelöscht werden, wodurch ein Survivorship Bias entstehen würde. Demgegenüber steht ein Backfill Bias das es zu vermeiden gilt, indem bei der Aufnahme neuer Funds in den Index deren historische Rendite nicht mit aufgenommen wird und die vergangenen Index-Renditen nicht angepasst werden.
Wie bei anderen Asset-Klassen fallen die Vorteile des passiven Investments auch bei den Hedge Fonds unter Kosten-Rendite-Aspekten besonders positiv ins Gewicht. Die Attraktivität von HF-Indexprodukten für Investoren entspricht weitestgehend denjenigen Kriterien, aufgrund derer sich Anleger generell für Indexprodukte interessieren. Wie bei traditionellen Anlagen ist es für aktive Manager schwierig, nachhaltig risiko-adjustierte Renditen über denen von HF-Indizes zu erzielen. Daher sprechen gute Gründe für eine Index-Strategie, zumal mit entsprechenden Produkten keine Performance-Gebühren verbunden sind. Index-Tracker basierend auf einem breiten Index sind ideale, kostengünstige Einsteigerprodukte, die kein spezielles Know-how voraussetzen und trotzdem durch ihre Performance bestechen. Diese Index-Anlagen eignen sich demnach auch als Core-Anlagen für grössere Investoren, die diese dann gezielt durch Single-Strategien in Form von aktiv oder passiv verwalteten Satelliten ergänzen können.

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Philippe Schenk und Christian Hoffmann, Index-linked Hedge Fund Products, Credit Suisse, Zürich.