TATA. Die traditionsreichen britischen Automarken Jaguar und Land Rover kommen voraussichtlich in indische Hände. Noch-Eigentümer Ford gab bekannt, dass der grösste indische Autokonzern Tata Motors die besten Karten habe, der neue Besitzer zu werden. Das wurde den rund 16000 Beschäftigten von Jaguar und Land Rover in Grossbritannien mitgeteilt. «Es liegt immer noch viel Arbeit vor uns, und es wurde noch keine endgültige Entscheidung getroffen», heisst es in einem Brief.

Tata will Medienberichten zufolge bis zu 1,5 Mrd Euro zahlen. Damit kommt Ford der Einstieg bei den Marken teuer zu stehen: Für Jaguar hatte der US-Konzern 1989 rund 2,3 Mrd Euro nach heutigem Kurs gezahlt, für Land Rover 2000 rund 2 Mrd Dollar.Der zweitgrösste US-Autobauer kämpft mit sinkenden Umsätzen in den USA und will verkaufen, um so schneller wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Ford steckt mitten in einer Umstrukturierung. Insgesamt sollen in Nordamerika bis zu 45 000 Jobs wegfallen und 16 Werke geschlossen werden. Insbesondere an seinem Heimatmarkt kämpft der Konzern angesichts hoher Benzinpreise und des harten Wettbewerbs mit Absatzproblemen.Die Sanierung trägt bereits erste Früchte: Im November 2007 überraschte Ford dank drastischer Kostensenkungen mit relativ guten Quartalszahlen. Vor Steuern und Sonderaufwendungen könnte es Ford im Gesamtjahr 2007 sogar knapp in die Gewinnzone schaffen, nachdem der Konzern 2006 einen Verlust von 12,6 Mrd Dollar eingefahren hatte.In den kommenden Wochen will Ford mit Tata nun Verhandlungen über die Details des Verkaufs führen. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen und es gebe vor einem Abschluss noch eine Menge Arbeit zu erledigen, sagte der für Europa zuständige Ford-Manager Lewis Booth. Tata äusserte sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen und zeigte sich optimistisch, dass es bald zu einem Abschluss kommt. Nun beginne eine Phase schwieriger Detailverhandlungen. Um die beiden Luxusmarken bemühten sich auch der indische Tata-Rivale Mahindra & Mahindra und die private US-Beteiligungsgesellschaft One Equity Partners. Tata galt wegen seiner Grösse, seiner Erfahrungen mit Übernahmen und seiner Vertrautheit mit dem britischen Markt bereits seit längerem als Favorit.