Es ist ein exklusiver Zirkel, der sich im Zürcher Enge-Quartier trifft. Die obersten Personalleiter von einigen börsenkotierten Industriefirmen, die nicht genannt werden wollen, setzen sich seit kurzem regelmässig gemeinsam an einen runden Tisch. Hier besprechen sie – firmenübergreifend – unter anderem Nachfolgeregelungen für ihre Top-Management-Talente, tauschen sich über vorhersehbare Personalveränderungen in der Geschäftsführung aus und klären Job-Opportunitäten für veränderungswillige Führungskräfte.

Die Firmen fokussieren sich bei «Leadersgate», so nennt sich der exklusive Klub, auf die obersten 2% ihrer weltweiten Kaderpositionen; also auf Divisions-, Länder- und Spartenchefs sowie Konzernleitungsmitglieder.

Damit gehen diese Firmen einen völlig neuen Weg im Personalbereich: Statt eifersüchtig über ihre Top-Manager zu wachen, bündeln sie ihre Kräfte.

Hohe Mitgliederbeiträge

«Die gezielte Förderung und Entwicklung talentierter Führungskräfte ist die Königsdisziplin in der Personalarbeit», weiss Harry Houthuijse, Chef der Executive- Search-Boutique Cornfeld sowie Gründer und Moderator von Leadersgate. Er befindet: «Obwohl grosse Unternehmen viel in die Entwicklung ihrer besten Mitarbeiter investieren, werden vakante Top-Positionen oft nicht mit internen Kandidaten besetzt.» Hier setzt Leadersgate an: Die firmenübergreifende Förderung verhilft den veränderungswilligen Managern zu mehr Transparenz über offene Positionen. Den suchenden Unternehmen wiederum verschafft sie Zugang zu neuen Management-Ressourcen aus dem Branchenumfeld.

Die Jahresmitgliedschaft bei Leadersgate kostet einen tiefen sechsstelligen Beitrag. Dafür erwarten die Teilnehmer absolute Diskretion, vor allem was die Namen aufsteigewilliger Manager betrifft.

Der Managerpool ist in dieser Form der erste seiner Art und wird weiter wachsen. Um die Exklusivität zu wahren, sollen bis Ende Jahr aber nicht mehr als maximal zehn Firmen beigetreten sein.

Mittelfristig sieht Houthujise für Leadersgate die Möglich- keit vor, weitere branchenspezifische Firmennetzwerke zu gründen.