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Industriezulieferer Bosch will in Afrika Fuss fassen

Bosch: Investitionen in Afrika sind ganz oben auf der Liste. Keystone

Der deutsche Konzern setzt auf Afrikas Bergbausektor. Für Bosch stünden Investitionen in Angola, Nigeria, Mosambik, Kongo, Äthiopien und Sambia ganz oben auf der Liste, so der verantwortliche Manager.

Veröffentlicht am 08.02.2016

Bosch will verstärkt in Afrika investieren und im Bergbausektor Fuss fassen. Der Zulieferer von Industrietechnik und Dienstleistungen wolle die Zahl seiner Standorte von bislang zehn auf 24 ausweiten, sagte Michael Kloss, der Geschäftsführer von Bosch südlich der Sahara, auf der Mining Indaba. Die mit 7000 Teilnehmern weltweit grösste Konferenz der Bergbauindustrie hat am Montag im südafrikanischen Kapstadt begonnen.

Investitionen in Angola, Nigeria, Mosambik, Kongo, Äthiopien und Sambia stünden bei Bosch ganz oben auf der Liste, so Kloss. Bislang hat sich das Unternehmen in Afrika vor allem auf die Automobilindustrie und die Zulieferung von Elektrowerkzeugen, Sicherheitstechnik und Thermotechnik konzentriert.

Stromversorgung als grosse Herausforderung

Eine der grössten Hürden für ausländische Investoren in Afrika bleiben die schlecht ausgebauten Elektrizitätssysteme und die damit verbundenen Ausfälle, die Wirtschaftswachstum bremsen und Profite schmälern. «Die Stromversorgung ist ganz klar eine grosse Herausforderung. Daraus ergeben sich auch Standortnachteile», sagte Kloss. In Südafrika, derzeit der Hauptsitz von Bosch in Afrika, hätten sich Stromausfälle im vergangenen Jahr auf mehrere Wochen summiert und die Produktion spürbar gesenkt.

Rund 70 Prozent der rund eine Milliarde Menschen in Afrika südlich der Sahara fehlt eine regelmässige Stromversorgung. Die totale Stromerzeugungskapazität des Kontinents liegt nach Angaben der Afrikanischen Entwicklungsbank bei nur knapp 150 Gigawatt - das ist etwa so viel wie in Belgien. Aufgrund schlechter Wartung, beschädigter Leitungen, Kraftstoffmangel und Diebstahl ist die Energiemenge, die tatsächlich zur Verfügung steht, sogar noch geringer, meinen Experten.

Beständige Produktion gewährleisten

Für Unternehmen wie Bosch ist daher klar: sie müssen in Afrika ihre eigene Energieversorgung aufbauen, um beständige Produktion gewährleisten zu können, hauptsächlich mit Hilfe von Generatoren. Das sei nicht nur teuer, sondern auch wenig umweltfreundlich, sagte Kloss. «Wir suchen kontinuierlich nach nachhaltigen Lösungen, um energieeffizient herzustellen», sagt der Geschäftsführer.

(awp/gku)

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