Der aktuelle Generalsekretär des europäischen Fussballverbandes Uefa Gianni Infantino ist neuer Präsident des Weltfussballverbandes Fifa. Mit Infantino wurde zum achten Mal ein Europäer zum «höchsten Fussballer» der Welt gekürt.

Er verspricht bei seiner Siegesrede drei Dinge: Das Image der Fifa in der Welt wiederherstellen. Und zweitens mit allen Mitgliedern der Fussballwelt in engem Kontakt zu bleiben. Und drittens sich wieder voll auf den Fussball zu konzentrieren. Sein so klarer Sieg ist eine kleine Überraschung - und ein Fingerzeig.

Kleine Palastrevolution

Denn mit der Wahl des Wallisers und der Annahme der neuen Vereinsregeln hat die Fussballwelt ein klares Signal ausgesendet: Endlich Schluss mit Querelen und Korruption im Verband.

Die Wahl für Infantino ist auch eine Absage an Scheich Salman Al-Khalifa, Präsident des asiatischen Kontinentalverbandes aus Bahrein. Hätte er gesiegt, wären negative Schlagzeilen wieder garantiert gewesen. Denn Al-Khalifa gehört der Elite Bahrains an, welche die Bewegung des arabischen Frühlings im eigenen Land mit blutigen Massnahmen unterdrückte. Schon in der Vergangenheit musst er sich deswegen gegen Anschuldigungen zur Wehr setzen.

Infantino war sich sicher

Infantino war diese Woche siegesgewiss. Er verkündete öffentlich, er wisse aus Afrika eine Mehrheit der Delegierten hinter sich. Dass er am Schluss etliche afrikanische Stimmen erhielt, kommt einer kleinen Palastrevolution auf dem Schwarzen Kontinent gleich, hatten doch die führenden Mitglieder des afrikanischen Fussballverbandes die Direktive herausgegeben, für den Bahrainer Salman Al-Khalifa zu stimmen. Damit hätte Al-Khalifa zu seinen 47 aus Asien gleich noch die 56 von Afrika erhalten und wäre auf 103 Stimmen gekommen - zwei Stimmen hätten dazu, und er wäre gewählt geworden. Doch diese Marke hat er klar verfehlt (85 Stimmen im ersten Wahlgang, dann 88 im zweiten).

Das zeigt, dass wohl auch viele afrikanische Delegierte schlicht die Nase voll haben von einer Fifa, die zum Synonym für Korruption wurde.

Praktisch alle Stimmen, die der jordanische Konkurrent Ali Bin Al-Hussein (von 27 auf 4 Stimmen im zweiten Wahlgang) erhielt, wanderten im zweiten Wahlgang zum Schweizer. Auch jene des Franzosen Champagne (von 7 auf 0) gingen nicht nach Bahrain sondern ins Wallis. Salman Al-Khalifa konnte sich im zweiten Wahlgang von 85 nur um drei Stimmen auf 88 Stimmen steigern.

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